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Bundeswaldinventur in Hessen

Die dritte Bundeswaldinventur zeigt gute Entwicklungen in Hessens Wäldern auf: Hessische Wälder sind älter, naturnäher, vielfältiger, strukturreicher und vorratsreicher als vor zehn Jahren.

Umweltministerin Priska Hinz fasste die Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur am 13. Oktober wie folgt zusammen: „Die Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur bestätigen, dass die hessischen Waldbesitzerinnen, Waldbesitzer und Forstleute erfolgreich und nachhaltig wirtschaften. Die Bilanz hat sich gegenüber der zweiten Bundeswaldinventur aus dem Jahre 2002 erneut verbessert. Dank einer integrativen, nachhaltigen und multifunktionalen Forstwirtschaft trägt das Konzept Schützen und Nützen in Hessen reiche Früchte. Hessens Wälder sind nicht nur naturnäher, vielfältiger, strukturreicher und im Durchschnitt älter denn je, sondern auch reicher an Laubbäumen.“
Aus den Ergebnissen der Waldinventur für Hessen
Im Vergleich aller Bundesländer ist Hessen mit einem Waldanteil von 42,3 % neben Rheinland-Pfalz außerdem das waldreichste Bundesland und hat im Berichtszeitraum um circa 4.800 ha Wald zugelegt. Der Bundesdurchschnitt liegt dem gegenüber bei 32 % Waldanteil.
59 % der Waldfläche in Hessen ist mit Laubbäumen bestockt – ein Plus von 2 % Laubbäumen gegenüber der letzten Waldinventur und damit der höchste Wert, der je in Hessen ermittelt wurde. Die Buche ist mit 31 % die am häufigsten vertretene Baumart, gefolgt von den Baumartengruppen Fichte (22 %), Eiche (14 %) und Kiefer (10 %). Knapp ein Viertel der Buchenwälder ist über 140 Jahre alt.
„Dies ist aus naturschutzfachlicher Sicht besonders erfreulich, da sie einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt und zur Sicherung der Biodiversität leisten“, so Hinz. Mit seinem hohen Anteil an Buchen leistet Hessen zudem einen großen Beitrag zum Schutzgebietsnetz Natura 2000.
Hessen verfügt zudem bundesweit über den größten Anteil sehr naturnaher Wälder. Auch mit dem Anteil der Specht- und Höhlenbäume (etwa 3,8 Millionen) belegt Hessen im Ländervergleich den Spitzenplatz. Mit einem Totholzvorrat von 25,5 m³/ha Waldfläche liegt Hessen auf Platz drei. Positiv sei auch die steigende Vielfalt von Hessens Wäldern, berichtete Hinz.
Seltene Baumarten, die vor 20 Jahren noch eine Minderheit waren, wie Birke, Bergahorn oder die Vogelbeere, sind heute an vielen Stellen im Wald anzutreffen. Sie sind ein Garant dafür, dass Klimaveränderungen leichter abzufedern sind. Daneben zeichnet sich der hessische Wald durch Strukturreichtum aus: 86 % sind Mischwälder aus Nadel- und Laubbäumen.
„Die Zunahme des Holzvorrates um 23 Mio. m³ zeigt, dass in Hessens Wäldern mehr Bäume nachwachsen, als dem Wald entnommen werden. Der umweltschonende Rohstoff Holz kann auch weiterhin nachhaltig und auf hohem Niveau genutzt werden. Dies sichert Arbeitsplätze im ländlichen Raum“, so die Umweltministerin.
Auch angesichts des Klimawandels sei der reiche Baumbestand in Hessen von Bedeutung: Er habe dazu geführt, dass der Atmosphäre circa 36 Mio. t CO2 innerhalb der letzten zehn Jahre entzogen worden seien.
Umstellung des hessischen Staatswaldes wird fortgeführt 
„Trotz dieser positiven Entwicklung werden wir uns nicht auf den Erfolgen ausruhen“, betonte Ministerin Hinz. „Der bereits begonnene Prozess zur Umstellung des hessischen Staatswaldes nach den FSC-Kriterien, wird konsequent fortgeführt. Denn so können wir garantieren, dass die biologische Vielfalt in den heimischen Wäldern weiter gefestigt wird.
Zusätzlich werden die sogenannten Kernflächen im Wald ausgeweitet, Flächen in denen keine Bewirtschaftung stattfindet und die Natur gewähren kann. Das Ziel lautet 8 % Kernflächen im Staatswald.“ Davon profitierten neben den Pflanzen auch seltene und schützenswerte Tierarten.
 

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

 
MUKLV Hessen

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