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Bundesverband Deutscher Berufsjäger tagte in Suhl

Bundesverband Deutscher Berufsjäger tagte in Suhl

Der Bundesverband Deutscher Berufsjäger veranstaltete seine diesjährige Jahreshauptversammlung vom 6. bis 8. Juni 2011 in Suhl im Thüringer Wald. Der Vorsitzende des Bundesverbandes, Wildmeister Bernd Bahr konnte neben Ehrengästen aus Politik, Gesellschaft und Industrie eine große Anzahl von Berufsjägerinnen und Berufsjägern begrüßen. Die Berufsjäger sprachen sich dafür aus, dass die Dauer der Jagdzeiten, die das Bundesministerium durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates festgelegt hat, vollkommen ausreichend sind. Kontraproduktiv und grundsätzlich abzulehnen sei die Vorverlegung der Jagdzeit für Wildwiederkäuer auf den 1. April, da das Wild stoffwechselmäßig noch auf „Winter“ eingestellt ist. Die Jagd zu diesem frühen Zeitpunkt führe nur zu überhöhten Waldwildschäden.
Ziel muss es sein, dass die Jagdzeit auf wiederkäuende Wildarten am 31. Dezember endet.
Außerdem stellte der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Berufsjäger fest,
  • dass der Tierschutz – insbesondere der Muttertierschutz – und die waidgerechte Jagd nicht mehr gewährleistet ist, wenn z. B. der Forderung auf  Jagdzeitverlängerung auf den Rehbock nachgegeben wird. Die Gefahr besteht, dass auf Gesellschaftsjagden ein exaktes Ansprechen fahrlässig unterbleibt. Die Konsequenz ist, dass auch die Ricke vor den Kitzen geschossen wird. Die Kitze werden zwar im Frühwinter nicht mehr gesäugt, bedürfen aber der Mutter durch die äsungsarme Zeit. Verwaiste Kitze tauchen dann völlig geschwächt als Kümmerer im Frühjahr auf. Diese Tatsache ist mit dem gesetzlichen Auftrag des Jägers, für  einen artenreichen und gesunden Wildbestandes zu sorgen, nicht zu vereinbaren.
  • dass der Anstieg der industriellen Großanlagen für die Biogasproduktion durch die       Veränderung der Lebensräume der Wildtiere mit großer Sorge zu beobachten ist.       Der Anstieg von Wildschäden, sowie die fatalen Auswirkungen auf die Artenvielfalt, insbesondere auf die gesamte Fauna und Flora, speziell auf alle Bodenbrüter und alle Niederwildarten ist jetzt schon vorhersehbar.
  • dass die natur- und tierschutzgerechte Fangjagd erhalten bleiben muss. Ansonsten       werden u.a. die Neozoen, wie Waschbär und Marderhund überhand nehmen, da keine ausreichenden Regulationsmöglichkeiten übrig bleiben. Jäger dürfen schon heute die Fangjagd nur mit Sachkundenachweis betreiben, im Gegensatz dazu kann Jedermann Fallen z. B. zum Fang von Mäusen, Ratten, Maulwürfen usw. ohne diesen Nachweis einsetzen.
  • dass eine artgerechte und professionell durchgeführte Fütterung in Notzeiten,  Wildschäden vermeidet.
  • dass die Zuwanderung von Großraubwild, speziell von Wölfen, Problematiken mit sich bringt. Es fehlen die geeigneten Lebensräume, die groß genug sind und einen Genaustausch zulassen, um eine Population aufzubauen und überlebensfähig zu halten. Der BDB spricht sich gegen die ideologischen Scharmützel der unterschiedlichen Interessensgruppen aus, die insbesondere auf dem Rücken der faszinierenden Großraubwildarten ausgetragen werden.
  • dass die Probleme mit den unterschiedlichsten Wildtieren in den verschiedensten Regionen nur gelöst wird, wenn unter Erhaltung des Reviersystems eine großflächige Bewirtschaftung (Hegegemeinschaften) angestrebt wird. Für die Koordination bietet sich der Berufsjäger als ausgebildete Fachkraft an.
 
BDB

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