Bundesverband Brennholz
Die neue Vario-Spalttechnik ist für viele Brennholzproduzenten eine spannende Alternative. Entsprechend genau wurde die Anlage inspiziert
|

Bundesverband Brennholz: Scheitchenweise

30. Mai 2019

In der Brennholzbranche geht es heiß her, Feinstaubdiskussion, Beschaffungsprobleme und Marktverwerfungen bedeuten große Herausforderungen. Aber auch die moderne Technik hat ihre Tücken und sorgte für Gesprächsstoff auf der Jahresversammlung des Bundesverbandes Brennholzhandel und -produktion BuVBB am 5.5.2019.

Wie es mittlerweile schon zu einer lieben Tradition geworden ist, trafen sich die Teilnehmer der Jahrestagung bereits am Vortag zu einer Exkursion in einen Mitgliedsbetrieb. Diesmal war es der Holzarena-Standort Mosbach. Die Holzarenen sind zunächst ein loser Zusammenschluss größerer Brennholzproduzenten, darunter auch der Biomassehof Allgäu, die sich einen gemeinsamen Internetauftritt mit Online-Shop teilen. Zwei Standorte werden vom Entsorgungsunternehmen Inast mit Hauptsitz in Mosbach betrieben. Im Gelände der ehemaligen Neckartalkaserne findet sich unter anderem ein Altholz-Kraftwerk, das jede Menge Wärme für eine Scheitholztrocknung abwirft. Die dazugehörige Verteilstation Lauber LENZ kann bis zu acht Trocknungscontainer versorgen. Bei einer durchschnittlichen Auslastung von vier Containern verbraucht sie nur knapp 3 kW Strom. Der verantwortliche Mann für diesen Geschäftszweig Torsten Laqua zeigte auch die neue Sägespalteinheit Posch K 650 vario, die erst seit wenigen Monaten im Einsatz ist. Aus Sicht des Brennholzverbandes (BuVBB) bietet die neue Spalttechnik mit der fortlaufenden Spaltung durch ein bewegliches Messer sehr viele Vorteile, wirft aber auch neue Fragen auf. Mehrere Mitgliedsbetriebe, die bereits mit solchen Maschinen arbeiten, berichten davon, dass die langjährige Kundschaft sich beschwert, weil beim Aufstapeln plötzlich bis zu 15 % weniger Volumen herauskommt. Zugleich häufen sich Probleme mit der Trocknung beim Verkauf frischer Ware. Beim Anblick der betreffenden Stapel wird die Antwort schnell klar: Gerade beim Verarbeiten sehr starker Hölzer produzieren die Maschinen einen hohen Anteil rechtwinklig-vierkantiger Scheite. Diese lassen sich zu einer nahezu homogenen „Holzwand“ fast ohne jeden Zwischenraum aufstapeln. Damit geht die Durchlüftung verlustig und der Stapel sieht zugleich kleiner aus … Die Relationen zwischen den geläufigen Maßeinheiten für Brennholz verschieben sich dadurch zusätzlich, neben den bereits bekannten Unsicherheitsfaktoren. Hier ergibt sich auf jeden Fall neuer Aufklärungsbedarf gegenüber den Endkunden. Neben der bereits genannten Prozesswärme für die Trocknung kann der Brennholzbetrieb auch noch in mehrfacher Hinsicht von dem großen Dachunternehmen Inast profitieren: Für die Rohstoffbeschaffung gibt es zum Beispiel immer genug Mittel – deswegen stellt der Forst gerne ausreichend Holz bereit. Für die Auslieferung zum Kunden kann Laqua auf die Containerlogistik der Entsorgungssparte zurückgreifen – auch das ist kein zu unterschätzender Kostenfaktor. Bisher liegt die Jahresproduktion am Standort Mosbach bei rund 4 500 SRm mit 1,5 Mitarbeitern. Durch den automatisierten Betrieb der neuen Anlage ließe sich das aber auch noch ein gutes Stück steigern.

Die Heizzentrale von Lauber verteilt die Wärme aus dem Altholzheizwerk auf bis zu acht Trocknungscontainer gleichzeitig
|

Viel zu tun

Heinrich Höllerl