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Bundesregierung zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners

Bundesregierung zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners

Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) tritt derzeit verstärkt in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt auf, in kleineren Populationen auch in anderen Bundesländern. Die Verbreitungskarte des Julius Kühn-Institutes (JKI) zeigt eine Zunahme der Verbreitungsgebiete des Eichenprozessionsspinners seit 2007.
Die Bundesregierung gibt in ihrer Antwort (Drucksache 17/10304) auf eine Kleine Anfrage der SPD eine Einschätzung zum Schad- und Gefahrenpotenzial des Eichenprozessionsspinners. Demnach sind wegen des räumlich und zeitlich begrenzten Eichenprozessionsspinnerbefalls keine großflächigen Veränderungen in der Bestandeszusammensetzung des Waldes oder eine gravierende Beeinträchtigung der ökologischen Gemeinschaften nur durch diese Art zu erwarten.
Hinsichtlich der Gefährdung für die menschliche Gesundheit wird davon ausgegangen, dass aufgrund des verstärkten Auftretens des Eichenprozessionsspinners in einigen Bundesländern mit einem höheren Auftreten von gesundheitlichen Beeinträchtigungen sowohl bei Forstarbeitern als auch der Bevölkerung zu rechnen ist. Es muss auch in den Folgejahren von einer weiteren Zunahme gesundheitlicher Beeinträchtigungen ausgegangen werden.

Zur Bekämpfung der Raupen des Schädlings im Wald ist derzeit nur das Pflanzenschutzmittel Dimilin 80 WG bis zum 31.12.2014 zugelassen. Im Rahmen von Notfallsituationen stehen gemäß Art. 53 VO (EG) Nr. 1107/2009 die Pflanzenschutzmittel Karate Forst flüssig und Dipel ES (jeweils für die Anwendung mit Luftfahrzeugen) befristet bis 15.8. bzw. 13.8.2012 zur Verfügung. Für eine hinreichende Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in gefährdeten Waldgebieten schätzen das JKI und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Zulassungssituation als nicht befriedigend ein. Probleme bezüglich Zulassungssituation ergeben sich lt. Bundesregierung insbesondere aus der Abgrenzung von Pflanzenschutz- und Biozidrecht. Die Schädlingsbekämpfung außerhalb des Pflanzenschutzes (z.B. im Bereich Gesundheitsschutz) unterliegt dem Biozidrecht. Rechtliche und inhaltliche Gründe erlauben es nicht, dass ein zugelassenes Pflanzenschutzmittel eine Zulassung als Biozid-Produkt erhält (und umgekehrt). Die Bundesregierung will hier für mehr Transparenz sorgen.

Zuständig für die Überwachung sowie Planung und Durchführung von Bekämpfungsmaßnahmen sind die Bundesländer. Die Bundesregierung sieht aufgrund der vorgegebenen Zuständigkeiten keine Möglichkeiten, die Kommunen und Privatwaldbesitzer in ihren Bemühungen zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners sowohl finanziell als auch organisatorisch zu unterstützen. Die Fachexpertise der Bundesbehörden steht jedoch zur Verfügung.
fp

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