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Bundesrat billigt neues Bundeswaldgesetz

Bundesrat billigt neues Bundeswaldgesetz

Der Bundesrat billigte am 9. Juli die vom Bundestag am 19. Juni beschlossene Änderung des Bundeswaldgesetzes. Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) begrüßt den Abschluss der Bundeswaldgesetznovelle als einen entscheidenden Meilenstein für den deutschen Wald.

 „Mit dem jetzt gefassten Gesetz bekennt sich die Bundesrepublik Deutschland zu einer umfassend nachhaltigen und zukunftsfähigen Waldbewirtschaftung“, würdigt der DFWR-Präsident, Georg Schirmbeck, MdB die erfolgreiche Arbeit der Gesetzgebung. „Bewährtes wird beibehalten und zielgerichtete Neuregelungen stärken die Handlungsfähigkeit der Forstwirtschaft, um ihrer ökologischen, sozialen und ökonomischen Verantwortung gerecht zu werden.“
Im neuen Gesetz werden Kurzumtriebsplantagen und Agroforstsysteme von der Walddefinition ausgenommen. Damit kann vermehrt der klimafreundliche Rohstoff und Energieträger Holz auch außerhalb des Waldes erzeugt werden. Die naturnahe Bewirtschaftung schafft vielfältige Waldstrukturen mit höheren Alt-und Totholzanteilen. Für diese „waldtypischen Gefahren“ haftet der Waldbesitzer nicht. Diese Regelung sichert künftig ein harmonisches Miteinander von Waldbewirtschaftung und Erholung im Wald. Die Waldbesitzer werden nicht mehr für ihren Dienst an Gesellschaft und Ökologie belastet.
Die forstwirtschaftlichen  Zusammenschlüsse  und  damit  der  kleinstrukturierte Waldbesitz werden  gestärkt,  da  nun  Forstwirtschaftliche  Vereinigungen Holzprodukte  vermarkten dürfen.  Diese wettbewerbsrechtliche Klarstellung sichert den Marktzugang für kleine Waldflächen und ermöglicht eine verbesserte Versorgung der Holzwirtschaft. Für jeden Waldbesitzer sind der Aufbau stabiler Wälder, der Schutz des Bodens und die Förderung der biologischen Vielfalt selbstverständliche Ziele, um langfristig und nachhaltig den Wald und seine Leistungen für künftige Generationen zu erhalten.
Aus Sicht des DFWR schafft das Bundeswaldgesetz hierzu einen verlässlichen Rahmen. „Dieses ausgewogene Ergebnis war nur durch den Schulterschluss aller gesellschaftlichen Kräfte möglich, für die der Wald mit all seinen Leistungen im Mittelpunkt steht“, dankt Schirmbeck allen Akteuren.
Waldbesitzer begrüßen Novelle des Bundeswaldgesetzes
„Die Kompetenzerweiterung für die Forstwirtschaftlichen Vereinigungen wird unter anderem auf dem Weg zur Realisierung der Ressourcen-, Energie- und Klimaschutzpolitik der Bundesregierung einen sehr positiven Beitrag leisten. Holz ist ein wertvoller und gefragter ökologischer Rohstoff. Durch die Kooperation mehrerer Waldeigentümer und gebündelter, fachlich versierter Umsetzung wird die nachhaltige Forstwirtschaft vorbildlich umgesetzt. Ein wichtiges Signal zur rechten Zeit!“ sagte Philipp Freiherr zu Guttenberg, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände e.V. nach der Zustimmung des Bundesrates zur Novelle des Bundeswaldgesetzes.
Die gesetzliche Erweiterung der Aufgaben Forstwirtschaftlicher Vereinigungen um die Vermarktung der Erzeugnisse ihrer Mitglieder war durch die Entwicklungen auf den Holzmärkten in den vergangenen Jahren zwingend notwendig geworden. Für die Vereinigungen ist es nun möglich ihre Mitglieder verstärkt bei der Holzvermarktung, dem Kerngeschäft der Waldbewirtschaftung, zu unterstützen. Die daraus resultierenden Erträge dienen nicht nur der Existenzsicherung der Familienbetriebe, sondern stellen auch alle anderen, vielfältigen Funktionen des Waldes sicher.
Als ebenso erfreulich unterstrich Freiherr zu Guttenberg die Tatsache, dass die Novelle des Gesetzes ohne zusätzliche bürokratische Belastungen und Auflagen für die Waldbesitzer auskommt. Die Bundesregierung unterstreicht damit ihr Vertrauen in die bundesweit zwei Millionen privaten und kommunalen Waldbesitzer und ihrem Konzept einer generationenübergreifenden nachhaltigen Forstwirtschaft, die den Wald gleichzeitig nutzt und schützt. Mit der ergänzenden Regelung zur Haftung in Verbindung mit dem Betretensrecht greift die Novelle vor dem Hintergrund zunehmender Freizeit- und Erholungsaktivitäten der Bürger im Wald ein drängendes Problem vieler Waldbesitzer auf. Inwieweit dabei die Neufassung des Gesetzestextes zur angemessenen rechtlichen Absicherung der Waldbesitzer beiträgt muss sich erst noch in der Praxis zeigen, so Freiherr zu Guttenberg abschließend.
DFWR/AGDW

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