Forstpolitik

Bundeshaushalt: Licht und Schatten für Wald und Holz

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Nach der ersten Lesung des Bundeshaushalts 2022 zieht der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) eine gemischte Bilanz für den Sektor Forst und Holz. Die AGDW beklagt, die Mittel für den Waldumbau seien deutlich zu gering bemessen.

Während der Verband die geplanten Mittel für den Energie- und Klimafonds begrüßt, sieht man in der zukünftigen Finanzierung von Wald und Holz eine begrenzte Wirkung. Für die nachhaltige Transformation der deutschen Wirtschaft brauche es deutlichere Signale.

EKF-Aufstockung wichtiger Schritt

„Die im aktuellen Entwurf für den Bundeshaushalt 2022 vorgesehen Mittel werfen Licht und Schatten auf die Wald- und Holzwirtschaft in Deutschland“, erklärt DeSH-Geschäftsführerin Julia Möbus. Die Aufstockung der Finanzmittel für den Energie- und Klimafonds (EKF) auf 106,8 Mrd. € sei ein wichtiger Schritt, der die Grundlage für eine verlässliche Finanzierung der Gebäudewende schaffe. Noch 2020 hat der Fonds nur gut 5 Mrd. € an Ausgaben geleistet, er ist also gerade zu explodiert.

Als nachwachsender heimischer Rohstoff biete Holz weitreichende Potenziale, die angesichts der großen Herausforderungen in diesem Bereich als Schlüssel für mehr klimagerechtes Bauen und Sanieren, aber auch für die unabhängige Versorgung mit erneuerbarer Energie dienen können.

Nachbesserungsbedarf

„Vor diesem Hintergrund erscheinen die veranschlagten Ausgaben für den Wald und die Holzverwendung wenig ambitioniert“, betont Möbus. Im Entwurf des Haushaltsgesetzes werde die Förderung des Holzbaus zwar fortgeschrieben, doch bleiben die mit 14 Mio. Euro veranschlagten Zuschüsse zur Förderung der nachhaltigen Holzverwertung hinter den Erwartungen zurück.

Mit Blick auf die Klimaziele und einer von der Regierung angestrebten vermehrten Holzverwendung fallen die vorgesehen Mittel zu gering aus. Für die nachhaltige Transformation der deutschen Wirtschaft brauche es deutlichere Signale.

Das gelte auch für Zuschüsse zur Förderung von Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsvorhaben im Bereich der nachwachsenden Rohstoffe. Bei der Förderung einer innovativen Verwendung von Laubholz mit einer Million Euro bestehe angesichts des Waldumbaus und zukünftiger Rohstoffaufkommen aus Sicht des DeSH dringend Nachbesserungsbedarf.

Mittel für Waldumbau und Aufforstung

Für die Bewältigung der Waldschäden stehen von Seiten des Bundes in diesem Jahr über die GAK 60 Mio. € zur Verfügung. Der Wald befinde sich nach wie vor in einem kritischen Zustand. 2021 habe sich die wieder zu bewaldende Fläche erneut erheblich vergrößert und der Anfall an Schadholz bleibe hoch.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte Mitte März für den Waldumbau sowie die Neu- und Wiederbewaldung Mittel in Höhe von insgesamt 900 Mio. € angekündigt. Diese verteilen sich zum einen auf den Energie- und Klimafonds 2022 und 2023 und zum anderen auf den Finanzplan bis 2026, allerdings noch ohne Angabe über die genaue Aufteilung. Laut Auskunft dem BMEL laufen die Ressortabstimmungen hierzu noch.

Die AGDW kritisierte diese Summe umgehend als zu gering, um den Waldumbau voranzutreiben und rechnete aufgrund von Daten des Thünen-Instituts vor, dass der Finanzbedarf in diesem Bereich bei 466 Mio. bis 1,4 Mrd. € jährlich liege.

Quellen: DeSH, Bundestag, AGDW,BMEL