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Baumpflanzung anlässlich der Alleen-Pressefahrt am 27.3.2017. Foto: BUND

BUND setzt erneut Zeichen für den Alleen-Erhalt

Am 27. März 2017 trafen sich 30 Alleenfreunde und Journalisten zu einer Alleen-Pressefahrt die der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) im Rahmen eines LIFE Projektes zusammen mit der Parlamentsgruppe „Kulturgut Alleen“ und der Alleenschutzgemeinschaft (ASG) organisierte.

Bei strahlend blauem Himmel ging es durch junge und alte Alleen Brandenburgs. Verbunden mit dieser Pressefahrt war die Pflanzung eines Baumes mit der brandenburgischen Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung, Kathrin Schneider, der von der Alleenschutzgemeinschaft gespendet wurde. Die Baumpflanzung fand in einer größeren Lücke der B2 an der Buchholzer Mühle statt.
Damit haben die Alleenfreunde gemeinsam erneut ein Zeichen für den Alleenschutz gesetzt. Alleen-Erhalt geht nicht ohne die Lücken zu schließen und kontinuierlich neue Alleen zu pflanzen. Um dieses Ziel umzusetzen, werden politische Unterstützer gebraucht.
Anlass zur Sorge um Alleen bietet das Bundesverkehrsministerium
Anlass für die Sorge um den Fortbestand der Alleen sind bundesweit gültige Richtlinien zum Umgang mit Alleebäumen, die vom Bundesverkehrsministerium 2009 verbindlich eingeführt wurden. Die Sichtweise des Bundesverkehrsministeriums auf den Alleenschutz hat sich in den letzten 25 Jahren sehr gewandelt. Bäume werden als Hindernis am Straßenrand und als Ursache tödlicher Unfälle betrachtet. Noch 1992 hatte das Verkehrsministerium in dem Merkblatt Alleen den Erhalt und die Neupflanzung von Alleen als vordringliche Aufgabe der Straßenbauverwaltung betont.
Aber schon 2006 gab es harte Diskussionen zwischen Verbänden und der Straßenverwaltung über den Schutz des Altbestandes von Alleen und Lückenbepflanzungen. Hier konnten in den Empfehlungen zum Schutz vor Anprall auf Bäumen (ESAB) Kompromisse erzielt werden. Bei den neuen Richtlinien, herausgegeben 2009 vom Bundesverkehrsministerium, wurden die Verbände gar nicht erst beteiligt.
Jetzt werden Straßenbäume als „nicht verformbare punktuelle Einzelhindernisse“ umschrieben und die Regelungen so formuliert, dass eine Neuanpflanzung von Alleen sehr schwierig geworden ist. Hauptgrund dafür ist der geforderte Pflanzabstand zum Straßenrand. Die Straßenbaubehörde müsste Land zukaufen, und das gestaltet sich als sehr schwierig.
Deutlich zeigen das die Pflanzzahlen der letzten Jahre beispielsweise in Brandenburg, dem Bundesland, mit den meisten Alleen. Während das selbstgesteckte Ziel, 5.000 Bäume jährlich entlang Brandenburgs Straßen zu pflanzen, bis 2009 sogar übererfüllt werden konnte, wurde das Pflanzziel ab 2010 nie mehr erreicht und liegt im Durchschnitt bei etwa 3.000 Bäumen pro Jahr. Demgegenüber stehen etwa 3.400 Fällungen pro Jahr im gleichen Zeitraum 2010 bis 2015. Die Alleen werden also kürzer und lückiger, und das nicht nur in Brandenburg.
Gerade Brandenburg hat aber auch sehr gut gezeigt, wie man zum Beispiel durch Tempolimit 70 km/h in Alleen und eine konsequente Überwachung die Unfallzahlen senken kann. Frank Schmidt vom Landesbetrieb Straßenwesen zeigte sogar einen Abschnitt, wo bewusst die Straße eingeengt wurde, einerseits um von den Wurzeln der Bäume abzurücken und andererseits, um die Autofahrer zu langsamen Fahren zu zwingen. Diese Maßnahmen zeigten in Brandenburg Erfolg. In der Unfallstatistik 2016 liegen mit 121 tödlichen Unfällen auf Platz 9 der Bundesländer. Bei 29 dieser Unfälle war ein Baum beteiligt. 2014 waren es noch 54 von insgesamt 139 tödlichen Unfällen. Immer wieder sind Raserei, riskantes Überholen, Ablenkung, Alkohol am Steuer die Hauptursache für den Tod im Straßenverkehr.
Richtlinie muss endlich überarbeitet werden!
Um die wirklichen Ursachen von Unfällen zu reduzieren, gibt es viele Möglichkeiten. Der BUND fordert gemeinsam mit anderen Verbänden, Vereinen und Politikern eine Überarbeitung der Richtlinie für passiven Schutz an Straßen (RPS) im Interesse des Erhalts der Straßenbäume. „Wir zeigen Möglichkeiten auf, wie die Entwicklung von Alleenlandschaften mit dem Anspruch auf eine hohe Verkehrssicherheit in Einklang gebracht werden kann“, so Katharina Brückmann vom BUND Landesverband Mecklenburg-Vorpommern.
BUND Mecklenburg-Vorpommern
Kathrin Schneider. Foto: BUND Baumpflanzung anlässlich der Alleen-Pressefahrt am 27.3.2017. Foto: BUND Buchübergabe von Katharina Brückmann

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