Forstpolitik

Bund sagt zeitnahe Honorierung der Klimaschutzleistung des Waldes zu

Bearbeitet von Rainer Soppa

Vom 30. März bis zum 1. April trafen sich die Agrarminister aus Bund und Ländern zu der zweimal jährlich stattfindenden Agrarministerkonferenz (AMK). Noch auf der diesjährigen Frühjahrsausgabe der Konferenz kündigte der Bund an, die Honorierung von Klimaschutz- und Ökosystemleistungen der Wälder zeitnah umzusetzen.

Bei der Verbändeanhörung haben die Vertreter/innen der Waldbesitzerverbände deutlich gemacht, dass die im Bundeshaushalt eingestellten Mittel für die Honorierung der Ökosystem- und Klimaschutzleistungen jetzt schnell und unbürokratisch in den Wald gebracht werden müssten. Hierzu Thüringens Agrarministerin Susanna Karawanskij: „Die anderen Länder haben unseren Antrag unterstützt und der Bund hat zugesagt, die Honorierung der Ökosystemleistungen für alle Waldbesitzarten noch 2022 auf den Weg zu bringen. Das ist ein großer Erfolg, denn die Maßnahmen zum Waldumbau hin zu klimastabilen Wäldern müssen angesichts der großen Waldschäden und der fortschreitenden Klimakrise schnellstmöglich umgesetzt sowie die Waldbesitzenden bei dieser Arbeit finanziell unterstützt werden. Ich begrüße ausdrücklich, dass in einer heute vereinbarten AMK-Sondersitzung nach Ostern die drängenden forstpolitischen Themen umfassend behandeln werden“. Mit dem „Klimaschutz Sofortprogramm 2022“ wurde am 23. Juni 2021 eine Vorlage beschlossen, mit der eine Honorierung der Klimaschutzleistung des Waldes durch die neue Bundesregierung umgesetzt werden kann. Es wird ein Modell vorgeschlagen, mit dem Waldbesitzende einen Anreiz für den Erhalt und die Vergrößerung der CO2-Senke in Wäldern und in langlebigen Holzprodukten erhalten. Im Entwurf des Bundeshaushalts 2022 sind dafür 200 Mio. € aus dem Energie- und Klimafonds eingeplant.

Auch Sven Schulze, Landwirtschaftsminister aus Sachsen-Anhalt und aktueller Vorsitzender der AMK freut sich, dass trotz langen und harten Ringens gemeinsame Kompromisse gefunden wurden. Schulze weiter: „Ich danke insbesondere dem Bundesminister, Cem Özdemir, dass er sich bereit erklärt hat, auf Einladung Sachsen-Anhalts mit den Länderkollegen zu tagen.“

Aus dem Waldbesitzerverband Sachsen-Anhalt kamen weitergehende Forderungen. Seit Sommer 2017 haben Stürme, Dürre, Borkenkäfer und andere Schädlinge die schlimmsten Schäden – nicht nur – in Sachsen-Anhalts Wäldern seit 70 Jahren hervorgerufen. Mindestens 100.000 ha aufzuforstende Waldfläche in Sachsen-Anhalt schlagen zu Buche. Vielerorts drohe auf den armen Sandstandorten eine regelrechte Versteppung, da Geld und Menschen zum Erhalt der Wälder fehlen würden. Der Waldbesitzerverband Sachsen-Anhalt fordert deshalb eine zeitnahe und praktikable Honorierung der Ökosystemleistungen bei Aufrechterhaltung der aktiven Waldbewirtschaftung.

Sonder-Agrarministerkonferenz

Die Geschäftsführerin der AGDW – Die Waldeigentümer, Dr. Irene Seling, begrüßte die Ankündigung einer Sonder-Agrarministerkonferenz zum Thema Wald noch im Frühjahr 2022. „Gut, dass der Wald jetzt so klar in den Fokus der Politik genommen wird. Wir brauchen dringend mehr Geschwindigkeit beim Waldumbau. Der Klimawandel wartet nicht auf uns und den Wald. Fast 3 Mio. ha müssen bundesweit umgebaut werden. Dies können die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer nicht allein schaffen, gesellschaftliche Unterstützung ist dringend notwendig. Der Schlüssel liegt in der Honorierung der Ökosystemleistungen. Der erste Schritt muss dabei die Honorierung der Klimaschutzleistung sein, denn der Wald ist unser wichtigster Klimaschützer.“

Holzindustrie

Auch der Bundesverband der Deutschen Säge- und Holzindustrie e V. (DeSH) begrüßte es, dass auf der AMK neben der nachhaltigen Energieerzeugung aus Holz auch die Auswirkungen des Klimaschutzgesetzes auf den forstbasierten Sektor und davon abhängige Klimaschutzwirkungen in anderen Sektoren diskutiert wurden. Der DeSH begrüßt die Auseinandersetzung mit dem Klimaschutzpotenzial von Holz in all seinen Facetten ausdrücklich.

Quellen: AGDW, MWL, TMIL, WBV, DeSH, red.