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BUND präsentiert „Weißbuch Wald"

BUND präsentiert „Weißbuch Wald“

Zum Internationalen Jahr der Wälder 2011 präsentierte der BUND, Landesverband Baden-Württemberg, am 28. Januar in Stuttgart das „Weißbuch Wald“. In dem „Weißbuch Wald“ dokumentiert der Verband positive Beispiele aus privaten, kommunalen und staatlichen Waldbaubetrieben. Das Buch führt sowohl Forstbetriebe auf, die ein nachhaltiges Gesamtkonzept umsetzen, als auch gelungene Einzelmaßnahmen des Waldnaturschutzes. Trotz hoher Anforderungen an den Wald und trotz schwieriger finanzieller, personeller und politischer Rahmenbedingungen gelinge es vielen Förstern und Waldbesitzern im Land aufgrund ihres hohen persönlichen Engagements schon heute, eine naturnahe, ökologische Waldwirtschaft umzusetzen. „Die Forstwirtschaft hat die schwierige Aufgabe, den ökonomischen, ökologischen und sozialen Ansprüchen gleichermaßen nachhaltig gerecht zu werden“, sagte der BUND-Landesgeschäftsführer Berthold Frieß. Er forderte die Landesregierung auf, die politischen Rahmenbedingungen so zu verbessern, dass künftig landesweit und flächendeckend eine Waldwirtschaft umgesetzt werden kann, die dem Naturschutz im Wald gerecht wird.
Zu den positiven Entwicklungen in den baden-württembergischen Wäldern gehören: die Abkehr von reinen Fichtenbeständen, der Vorrang der Naturverjüngung vor Pflanzungen und Einzelbaumentnahme vor Kahlschlag sowie die Erhöhung der Stabilität der Wälder durch ungleichaltrige Mischwälder. Das Weißbuch führt neben beispielhaften Forstbetrieben auch eine große Zahl von gelungenen Naturschutzmaßnahmen auf. Der Erhalt von Höhlen- und Horstbäumen zum Schutz von Schwarzspecht, Hohltaube und Fledermäusen gehört in vielen Forstbetrieben inzwischen zur Routine. Die Wiedervernässungen von Mooren und die Öffnung von zugewachsenen Waldbächen sind weitere zentrale Maßnahmen zum Schutz von Feuchte liebenden Arten. „Die im ‚Weißbuch Wald’ genannten Beispiele zeigen: Nachhaltige Waldwirtschaft und Waldnaturschutz sind vereinbar“, sagte Frieß. „Mit seinem Alt- und Totholz-Konzept hat das Land schon einen wichtigen Schritt getan, um die Biodiversität im Wald zu erhalten. Der Entwurf muss aber zügiger und effektiver umgesetzt werden als es die Landesregierung bisher plant“, forderte der BUND-Landesgeschäftsführer. Nur so haben gefährdete und europaweit geschützte Arten wie Alpenbock, Hirsch- und Juchtenkäfer, die auf altes und totes Holz angewiesen sind, eine echte Überlebenschance.
38,1 Prozent der Landesfläche sind bewaldet, die Forstwirtschaft prägt damit einen Großteil der Landschaft. Das Land steht in der großen Verantwortung, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Waldflächen künftig flächendeckend nachhaltig bewirtschaftet werden können. Aus Sicht des BUND ist es nicht nachvollziehbar, dass durch Verwaltungsreformen viele Stellen im Forst gestrichen wurden. Dadurch ging viel Kompetenz verloren, zugleich wurden die Reviere stark vergrößert. Eine nachhaltige Waldwirtschaft erfordert qualifizierte Waldarbeiter und Revierleiter sowie Gebiete, die für einen Förster überschaubar sind. Nur so könne dieser dafür sorgen, dass der Wald seine ökonomischen, ökologischen und sozialen Funktionen erfüllt. Frieß: „Das Internationale Jahr der Wälder bietet die große Chance falsche Weichenstellungen jetzt zu korrigieren.“
 

 Weißbuch Wald des BUND

 
BUND B-W

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