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BUND und NABU mit "Fünf-Punkte-Plan für den Wald der Zukunft"

BUND und NABU mit „Fünf-Punkte-Plan für den Wald der Zukunft“

„In Sorge um den deutschen Wald“ haben am 11. März in Berlin der Vorsitzende des BUND, Hubert Weiger, und der Präsident des NABU, Olaf Tschimpke, einen gemeinsamen „Fünf-Punkte-Plan für den Wald der Zukunft“ vorgestellt.
Laut Weiger und Tschimpke zeichne sich ausgerechnet im Internationalen Jahr der Wälder 2011 für den Wald in Deutschland eine dramatische Entwicklung ab: Die Ziele der von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner geplanten Waldstrategie 2020 seien absolut kontraproduktiv zu der 2007 beschlossenen Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt. Weiger zufolge ist der Referentenentwurf der Waldstrategie 2020 nicht nur ein unausgewogenes Gesamtkonzept, sondern missachte auch Beschlüsse des Bundestages zum Schutz von Natur und Umwelt. Für Tschimpke ist der Entwurf „ein reines Gefälligkeitspapier für die Holzindustrie“. Nach Auffassung von BUND und NABU gehören die Funktionen des Waldes für den Schutz des Klimas, für den Wasserhaushalt und die biologische Vielfalt in das Zentrum einer zukunftsfähigen Waldpolitik. Nur eine schonende Bewirtschaftung könne die Rolle des Waldes als Kohlendioxidsenke absichern. „Unsere zentrale Forderung ist“, so Weiger, „dass die Biodiversitätsstrategie die Hauptstrategie ist, welche durch Fachstrategien nicht unterlaufen werden darf.“
Unterstrichen wird von BUND und NABU die Forderung, dass 5 % der Waldfläche bis zum Jahr 2020 als „Urwälder von morgen“ einer natürlichen Waldentwicklung zu überlassen sind. Langfristig strebt der Fünf-Punkte-Plan 10 % an. „Wir sind für die Holznutzung, sie muss aber angepasst und gemeinwohlorientiert sein“, sagte Tschimpke. Seit 2002 sei der Holzverbrauch in Deutschland um mehr als 40 % angestiegen;  gegenwärtig würden 93 % des Holzzuwachses abgeschöpft. Unter anderem wegen der staatlichen Subventionen für die energetische Holznutzung, die es zu revidieren gilt.
BUND und NABU fordern in ihrem Fünf-Punkte-Plan die Senkung des Holz- und Papierverbrauchs in Deutschland von zurzeit 230 kg Papier und 1,2 Kubikmeter Holz pro Person und Jahr um mindestens 20 % bis zum Jahr 2020. Gefordert werden außerdem klare Obergrenzen für den jährlichen Holzeinschlag und die Begrenzung der Waldrestholznutzung. Tschimpke: „Ohne deutliche Absenkung des Gesamtverbrauchs von Holz sind die Biodiversitätsziele nicht zu erreichen.“
Auf EU-Ebene wird von der Bundesregierung erwartet, dass sie sich für die Einführung von Nachhaltigkeitsstandards für feste Biomasse einsetzt.

Weiger und Tschimpke erhoffen sich eine intensive gesellschaftliche Debatte über den Fünf-Punkte-Plan für den Wald der Zukunft, „denn der Wald ist zu wertvoll, um ihn nur den Holzverbrauchern zu überlassen“ (Weiger).

 

Fünf-Punkte-Plan für den Wald der Zukunft

 
SL

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