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BUND fordert Bund-Länder-Programm „Natürliche Waldentwicklung“

Deutschland hat einen Mangel an natürlichen Wäldern und hinkt seinen eigenen Zielen zum Schutz der Biodiversität hinterher“, kommentierte Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die am 14. Oktober veröffentlichte Bilanz über Naturwälder in Deutschland. Danach werden bislang nur 1,9 % der Wälder einer natürlichen Entwicklung überlassen. „Bei dem derzeitigen Tempo beim Schutz der Wälder wird es unmöglich sein, die im Rahmen der nationalen Biodiversitätsstrategie anvisierten fünf Prozent natürliche Waldentwicklung bis 2020 noch zu erreichen. Das Fehlen wichtiger Lebensräume bedeutet jedoch das Aussterben zahlreicher Tier- und Pflanzenarten“, so der BUND-Vorsitzende.Um dies zu verhindern, sei es dringend notwendig, weitere Nationalparks auszuweisen wie beispielsweise im nördlichen Steigerwald, im Nord-Schwarzwald und im Hunsrück. Gleichzeitig sei es wichtig, verstärkt auch kleinere Waldflächen dauerhaft einer natürlichen Entwicklung zu überlassen. Zudem müsse im Rahmen der anstehenden Koalitionsverhandlungen ein Bund-Länder-Programm „Natürliche Waldentwicklung“ unter Federführung des Umwelt- und Forstministeriums und enger Mitwirkung des Bundesamtes für Naturschutz beschlossen werden. Das Programm solle mit verbindlichem Zeitplan und Naturschutzkonzept die rechtssichere Ausweisung weiterer Naturwälder im öffentlichen Wald sicherstellen. Der Anteil der Naturwälder im öffentlichen Wald müsse auf mindestens zehn Prozent erhöht werden. Privatwaldbesitzer müssten zudem bei ihrem Vorhaben unterstützt werden, Wälder dauerhaft als Naturwälder umzuwidmen.„Viele Tier-, Pflanzen- und Pilzarten, die auf die Alters- und Zerfallsphasen der Bäume und eine natürliche Dynamik im Wald angewiesen sind, sind stark gefährdet. Ihr Schutz schließt eine forstliche Nutzung aus. Weißrückenspecht, Eremit oder Igel-Stachelbart haben nur eine Chance, wenn sich die Wälder wieder frei entwickeln können und Wildnis entstehen darf“, erklärte Nicola Uhde, BUND-Waldexpertin.

BUND

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