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Bürgerbewegung: Kriterien für Nationalparkgründung in Lippe nicht erfüllt

Ziel verfehlt – so könnten die bisherigen Bemühungen zur Einrichtung eines Nationalparks im Teutoburger Wald lauten: Eine den fachlichen Mindestvoraussetzungen entsprechende Kulisse besteht nicht, alternative Pläne zur Einbeziehung der Senne sind reine Tagträume und der immer wieder beschworene Konsens ist weiter entfernt denn je. So der Pressesprecher der Bürgerbewegung „Unser Teutoburger Wald“, Ralph Gerdes.

Das Lipperland ist über die Nationalparkpläne so tief gespalten wie nie zuvor in seiner Geschichte. Deshalb stellt die Bürgerbewegung „Unser Teutoburger Wald“ die noch immer nicht fallen gelassenen Nationalpark-Pläne des Landes NRW und des Kreises Lippe auf den Prüfstand. Nachdem unlängst bekannt wurde, dass die Senne aufgrund eines bislang geheim gehaltenen Vertrages zwischen dem Land NRW, dem Bund und der britischen Armee auf unbestimmte Zeit für einen Nationalpark nicht zur Verfügung steht und auch eine Parallelnutzung von Militär und Nationalpark aufgrund vetraglicher Regelung ausgeschlossen ist, konzentriert sich das Expert
enhearing auf den angestrebten Nationalpark Teutoburger Wald. Für dessen Planung, so das Land NRW, ist der Kreis Lippe zuständig.

Mit Professor Tzschupke (Schwarzwald), dem Forstamtsleiter Friderichs (Hohenzollern) und Dr. Wulff (Augustdorf) tragen anerkannte Experten ihre Bedenken und Argumente gegen einen Nationalpark im Teutoburger Wald vor, für den noch immer keine gültige Kulisse vorgestellt worden ist. Das Haus Lippe und die Gemeinde Horn-Bad Meinberg haben unter Verweis auf den gültigen Kreistagsbeschluss ihre Zustimmung gegen eine Einbeziehung ihrer Waldflächen ausgesprochen. Die eingeladenen Fachleute werden die Widersprüche in der bisherigen Planung des Landes NRW und des Kreises Lippe aufzeigen und grundsätzlich über die vielfach kritischen Erfahrungen mit Nationalparken informieren und geeignetere Alternativen des Umweltschutzes vorstellen. Auch soll die Veranstaltung dem Zweck dienen, die Verantwortlichen in Kreis und Land an die geltenden parlamentarischen Beschlüsse und gesetzlichen Regeln zum Thema Nationalpark zu erinnern. So gilt der Beschluss des Lippischen Kreistages von 2008, einen Nationalpark nur im Konsens und mit Zustimmung der privaten Eigentümer zu planen. Dass kein Konsens vorliegt, dokumentieren die mittlerweile über 36.000 Unterschriften gegen den Nationalpark sowie das Veto von acht der betroffenen Gemeinden und zwei von drei der betroffenen Landkreise.

Die Anhörung findet statt am 7. November 2012 ab 19.00 Uhr in der Burgscheune in Horn-Bad Meinberg. Der Eintritt ist frei.

Bürgerbewegung "Unser Teutoburger Wald"

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