ABO
Bürgerbewegung: Keine Kulisse für Nationalparkplanung im Teutoburger Wald

Bürgerbewegung: Keine Kulisse für Nationalparkplanung im Teutoburger Wald

Die Bürgerbewegung gegen einen Nationalpark im Teutoburger Wald sieht nach den Erkenntnissen der letzten Wochen keine Grundlage für weitere Planungen mehr. „Die fachlichen Grundlagen für einen Nationalparks wie Großflächigkeit und Unzerschnittenheit sind im Teutoburger Wald nicht vorhanden. Daran würde selbst ein Tausch der Flächen des Landesverbandes Lippe nichts ändern. Und die Senne bleibt Truppenübungsplatz“, bilanzierte der Sprecher Ralph Gerdes.

Zwei private Flächeneigentümer der im Mai 2011 vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) skizzierten Kulisse von 8.650 ha, das Haus zur Lippe und die Gemeinde Horn-Bad Meinberg, haben ihr Veto erklärt.  „Das steht im Einklang mit dem in der Sache gültigen Beschluss des Lippischen Kreistages vom 23. Juni 2008, in dem es heißt, dass  der Nationalpark nur  mit dem Einverständnis der Grundstückseigentümer geschaffen werden kann“, so Gerdes. Somit fielen die Waldflächen des Hauses Lippe (1.750 ha) und der Gemeinde Horn-Bad Meinberg (knapp 400 ha) aus der LANUV-Kulisse heraus. Die verbleibende Rest von 6.150 ha zerfalle in zwei nicht geografisch miteinander verbundene Teilflächen, von denen wiederum knapp 4000 ha (oder 65 %) im Besitz des Landesverbandes Lippe sind.

Der Landesverband Lippe darf aber, so das Haus zur Lippe und ein Gutachten des Verwaltungsrechtlers Professor Oebbecke aus Münster, seine Flächen aus gesetzlichen Gründen nicht tauschen. „Und selbst das NRW-Umweltministerium  musste auf eine parlamentarische Anfrage der FDP eingestehen, dass die jeweils nördlich und südlich des Waldbesitzes des Hauses Lippes befindlichen Waldflächen des Landesverbandes allein nicht die fachlichen Kriterien eins Nationalparks erfüllen“, so Gerdes weiter. In der Senne einen Nationalpark zu planen, sei völlig abwegig. Der Dachverband der Nationalparks, Europarc, hatte bereits befunden, dass ein paralleler militärischer Übungsbetrieb mit den zentralen Aufgaben eines Nationalparks nicht vereinbar sei.

„Wir fordern daher die Beteiligten in Düsseldorf und Detmold auf, sich an das geltende Gesetz sowie die  gültigen politischen Beschlüsse und Zusagen zu halten und das Thema Nationalpark Teutoburger Wald endlich einzustellen, statt weiter Millionen in die Planung und für das Marketing einer schon längst gescheiterten Idee auszugeben“, forderte Sprecher Gerdes. „Derzeit erklärt sich das Land NRW in der Frage Nationalpark Teutoburger Wald für nicht zuständig, finanziert aber ein Infobüro in Bad Lippspringe und stellt über landeseigene Stiftungen und Betriebe Hundertausende von Euro für Marketingausgaben bereit. Und jetzt kommen die Gutachterkosten für den geplanten Flächentausch des Landesverbandes Lippe, der gesetzlich gar nicht zulässig wäre. Diese Kosten dürften nach Erfahrungswerten inzwischen bei einer Summe von 250.000 bis 300.000 Euro liegen. Das alles sollte nicht ausgegeben werden, denn das Ergebnis steht heute schon fest: Einen Nationalpark wird es weder in der Senne noch im Teutoburger Wald geben.“ 

Bürgerbewegung Unser Teutoburger Wald

Auch interessant

von