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BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Dürftige Waldstrategie ohne Konzept für Bioenergie- und Jagdpolitik

Bündnis/Grüne zum Jagdpapier des DFWR

Zum Positionspapier des Deutschen Forstwirtschaftsrates zur Jagdpolitik erklärt Cornelia Behm, Sprecherin für Waldpolitik der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: „Das Papier des Deutschen Forstwirtschafts zur Jagd ist eine Schritt in die richtige Richtung. Bei diesem Thema gab es von seinen Mitgliedsverbänden bisher viel zu viel Zurückhaltung, obwohl die wirtschaftlichen Interessen vieler Waldbesitzer und Forstwirte durch die in vielen Wäldern hohen Wildschäden teils in erheblichem Maße betroffen sind. Die meisten Forderungen und Positionen des Forstwirtschaftsrates können wir Bündnisgrüne mittragen, auch wenn sie in weiten Teilen zu unkonkret ausgefallen sind.“
Behm weiter: „Auch wir wollen eine Überarbeitung der Jagdzeiten, eine Vereinfachung und Vereinheitlich des Wildschadenersatzes und eine verstärkte Anwendung effizienter Jagdmethoden. wenn auch mit der Maßgabe, dass die Jagdmethoden auch tierschutzgerecht sein müssen. Allerdings fehlen dem Papier Eckpunkte, wie diese Forderungen genau ausgestaltet werden sollen.“  Hinzu komme, dass einige Forderungen es gegenüber dem Notwendigen deutlich an Konsequenz fehlen lassen. Hier sei dem Papier der für einen Dachverband nicht untypische Kompromisscharakter anzusehen. So greife die Forderung nach Einschränkung von Fütterungen auf behördlich festgelegte Notzeiten viel zu kurz. Behm: „Gerade Notzeiten könnten für eine natürliche Bestandsregulierung sorgen, die die Jagd zum Teil entbehrlich macht. Fütterung kann zwar in sehr eng begrenzten Ausnahmefällen tatsächlich notwendig sein. Aber im Winter füttern, damit man das Wild dann im Herbst schießen kann, kann nicht die Leitlinie einer wald- und tierschutzverträglichen Jagd sein. Man kann auch nicht generell unterstellen, dass Jagd in Schutzgebieten mit dem Schutzweck in Einklang steht. Dies muss vielmehr bei jeder Unterschutzstellung konkret bewertet werden. Allerdings sollte man sie keinesfalls generell ausschließen.“
Es erschließe sich nach Ansicht Behms auch nicht, warum sich der Forstwirtschaftrat auf die Änderung von Landesgesetzen beschränken will. Das Jagdrecht unterliege seit der Föderalismusreform der konkurrierenden Gesetzgebung mit Abweichungsrechten der Länder. Bundesregelungen sind also möglich. Sofern es die Länder für nötig erachten, können sie dann davon abweichende Regelungen erlassen.
Behm abschließend: „Der Aufgabe, auf Bundesebene zu regeln, was für ganz Deutschland – und den deutschen Wald – sinnvoll ist, sollten sich die Kollegen von Union und FDP endlich stellen. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN werden sich konstruktiv in diesen Prozess einbringen.“
 

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

 
Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

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