ABO
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Dürftige Waldstrategie ohne Konzept für Bioenergie- und Jagdpolitik

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Dürftige Waldstrategie ohne Konzept für Bioenergie- und Jagdpolitik

„Die Waldstrategie der Bundesregierung bleibt trotz monatelanger Nacharbeit holz- und forstwirtschaftlich dürftig. Von einer Strategie sollte man konkrete Ziele, Ideen für Maßnahmen und Instrumente sowie Wegweisung für alle Beteiligten erwarten können. Das bleibt die Waldstrategie der Bundesregierung weitgehend schuldig.“ Mit diesen Worten kommentierte die Sprecherin für Waldpolitik der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Cornelia Behm, die am 21. September von der Bundesregierung verabschiedete Waldstrategie 2020.
„Vor allem gibt die Waldstrategie keinerlei Antwort auf die Frage, welche Konsequenzen die Bundesregierung aus dem prognostizierten Holzmangel ziehen will. Die Frage, ob der Ausbau der energetischen Holznutzung tatsächlich wie geplant stattfinden sollte und welche Maßnahmen zu ergreifen sind, drängt aber angesichts von Prognosen, dass bis zum Jahr 2020 die Holznachfrage in jedem Jahr über 30 Mio. Kubikmeter über dem einheimischen Angebot liegen wird.
Die von der Bundesregierung präsentierten forstwirtschaftlichen Lösungsansätze auf den Holzmangel werden die Holzlücke nicht schließen, schon gar nicht bis zum Jahr 2020. In logischer Konsequenz hat die Regierung auch die vorliegenden Prognosen aus dem Entwurf gestrichen. So erscheint die Strategie zwar in sich widerspruchsfrei, wird aber das Problem nicht lösen. Wenn die Entwicklung jedoch so wie prognostiziert weiter geht, dann wird der Rohstoff der Holzindustrie zu immer größeren Teilen direkt verfeuert. Wenn die Bundesregierung darauf nicht reagiert, dann fährt sie bedeutende Teile der Holzwirtschaft trotz Waldstrategie sehenden Auges an die Wand.
Auch entwickelt Schwarz-Gelb keinerlei Strategie, wie holzwirtschaftlich auf den auch von ihr als alternativlos angesehenen Waldumbau weg von Fichten- und Kiefern-Monokulturen hin zu Mischwäldern zu reagieren ist. Nur wenn die Nutzungseigenschaften und die Akzeptanz von Laubholz in den holzverarbeitenden Branchen verbessert werden, kann ein Anstieg der Nadelholzimporte verhindert werden. Eine Regierung, die dieses Problem ausblendet, zeigt wenig Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein, wenn es um die regionale Wertschöpfung, um Arbeit und Einkommen in Deutschland geht.
Ein weiterer blinder Fleck ist die Jagdpolitik. Nachdem der schwarz-gelbe Koalitionsvertrag der Jagdpolitik Stillstand verordnet hat, wäre die Waldstrategie der richtige Anlass gewesen, um die von der Jagdlobby diktierte Veränderungssperre aufzuheben. Stattdessen will die Regierung das Jagdrecht so lassen wie es ist. Dieser jagdpolitische Stillstand geht zu Lasten von Land- und Forstwirten. Denn in den Regionen, in denen sich aufgrund überhöhter Wilddichten der Wald nicht ohne Zaun natürlich verjüngen kann und Wildschäden überhand nehmen, bleiben die Vitalität der Wälder und gewinnbringende Holzerträge auf der Strecke.“
 

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

 
Büro Cornelia Behm MdB

Auch interessant

von