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Bündnis 90/Die Grünen: Bundesregierung ohne Konzept für 5 % Naturwälder

„Die konzeptionellen Ansätze der Bundesregierung, entsprechend der nationalen Biodiversitätsstrategie fünf Prozent des Waldes in Deutschland aus der forstlichen Nutzung zu nehmen, waren bisher mangelhaft und werden es offenbar auch bleiben.“ Dies sagte die Sprecherin für Waldpolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Cornelia Behm, als Reaktion auf die Antworten der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage ihrer Fraktion zur Umsetzung des Fünf-Prozent-Ziels für Wälder mit natürlicher Entwicklungsdynamik.

Bisher könne die Bundesregierung jedenfalls keinerlei naturschutzfachliches Konzept für die Schaffung der erforderlichen Naturwaldentwicklungsgebiete darlegen.

Es gehe nicht darum, irgendwelche Flächen zu Naturwäldern zu entwickeln, sondern darum, damit bestimmte Naturschutzziele zu verfolgen. Behm: „Wenn es zum Beispiel kaum noch Auenwälder gibt, dann ist klar, dass bestehende Auenwälder in der Flächenkulisse einen überproportionalen Anteil einnehmen müssen. Ein Fehlen dieser Wälder in der Flächenkulisse kann nicht durch einen hohen Anteil z.B. an ungenutzten derzeitigen Kiefernwäldern auf Sandböden ausgeglichen werden.“

Es sei auch nicht zu verstehen, warum der Bundesregierung keinerlei Informationen über die Entwicklung von konkreten Konzepten zur Umsetzung des Fünf-Prozent-Ziels durch die Bundesländer vorliegen, obwohl sie sagt, dass sie im kontinuierlichen Dialog mit den Bundesländern ist und z.B. Thüringen ein entsprechendes Konzept vorgestellt hat.

„Auch, warum die Bundesregierung bei der Umsetzung des Fünf-Prozent-Ziels nach wie vor auf private Waldbesitzer setzt, erschließt sich angesichts des massiven Widerstands der Waldbesitzerverbände nicht. Die Bundesregierung sollte realistischer Weise davon ausgehen, dass die Umsetzung dieses Ziel der Biodiversitätsstrategie nahezu ausschließlich Aufgabe der öffentlichen Hand sein wird, und dass sie die Kosten des Nutzungsverzichts nicht auf den Privatwaldbesitz wird abwälzen können. Die Bundesregierung sollte nicht weiter den Eindruck erwecken, den Privatwald umfangreich mit Stillegungsverpflichtungen zu belegen. Das würde die Akzeptanz der festgelegten Ziele im Waldnaturschutz noch weiter gefährden.“

Büro Cornelia Behm, MdB

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