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Buchtipp: Die roten Riesen

Buchtipp: Die roten Riesen

Die Küstenmammutbäume oder Redwoods (Sequioa sempervirens) sind mit bis zu 115 m Höhe die höchsten Bäume der Welt. Sie wachsen nördlich von San Francisco im Nebelgürtel des kalifornischen Küstengebirges. Die heutigen Schutzgebiete sind nur noch Fragmente des einstigen Verbreitungsgebietes, das durch die Forst- und Holzindustrie zu 96 % zerstört wurde. Ihre Erforschung ist Thema des Buches „Die roten Riesen“ von Richard Preston. Das „Sachbuch in Form einer Erzählung“ stellt Leben und Arbeit der Wissenschaftler und Baumkletterer Stephen C. Sillet und seiner Frau Marie Antoinett vor, die Anfang der 1990er Jahre zusammen mit weiteren Naturforschern und Baum­freunden wie Michael Taylor die undurchdringlichen und damals noch weitgehend unerforschten Redwoodwälder durchstreiften. Sie stießen dabei auf Baumgruppen
und -individuen mit bis dahin unbekannten Höhen und Baumvolumina – Bäume, denen sie Namen gaben wie Lost Monarch, Zeus und Rhea, Stratosphere Giant, Eärendil oder Elwing.

Sie entwickelten ausgefeilte Seilklettertechniken, die heute in der Baumpflege angewendet werden, und entdeckten, dass der Kronenraum der Mammutbäume einen eigenen Lebensraum darstellt –Labyrinthe aus miteinander verwachsenden Ästen und Stämmen, in denen charakteristische Tier- und Pflanzenarten leben. So spektaktkulär wie die Bäume war die Arbeit der Redwoodforscher, die 100 m hohe Bäume auch schon mal ohne Seil bestiegen und dort in Hängematten übernachteten. Stephen C. Sillet und Marie Antoinett haben sich in den luftigen Höhen sogar trauen lassen. Der Autor Richard Preston hat sie auf ihren Touren begleitet.

Richard Peston (2009): Die roten Riesen. Verlag Rogner & Bernhard, ISBN 978-3-8077-1056-3, Hardcover, 381 Seiten, Preis 22,90 €, nur erhältlich bei Zweitausendeins: www.zweitausendeins.de
Oliver Gabriel

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