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Bucheckernernte im Nationalpark Eifel

Bucheckernernte im Nationalpark Eifel

Unzählige Bucheckern, die das Samengut der einzigartigen Rotbuchen-Mischwälder des Nationalparks Eifel in sich tragen, rieseln derzeit von den heimischen Altbuchen. Um die wertvollen Eckern aufzufangen, liegen bis Mitte Oktober rund 800 große Netze auf dem Waldboden der Nationalpark-Bezirke Dedenborn und Wahlerscheid. Die ins Netz gegangenen Samen werden in Baumschulen zu Buchenpflanzen herangezogen und später als zwei- oder dreijährige Bäumchen in den Nationalpark gepflanzt. Dadurch wird die Entwicklung weiterer Rotbuchenwälder unterstützt, die ohne menschlichen Einfluss die Wälder in der Eifel prägen würden.
„Unsere Buchenwälder zählen zu den höchsten Lagen des Rheinlands. Sie gehören zum europäischen Netzwerk der besonderen Schutzgebiete „Natura 2000″ und müssen gestärkt und vermehrt werden“, so Bernd Dickmann, Leiter des Bezirks Dedenborn. „Was würde sich besser eignen als das Saatgut von Pflanzen, die sich bereits seit Jahrtausenden an die Wuchsbedingungen der Eifel gewöhnen konnten?“. Noch nehmen Douglasien und Fichten große Teile der Schutzgebietsfläche ein. Die Saatgutaktionen der Nationalparkverwaltung sollen der Buche helfen, ihre natürliche Dominanz wieder zu entfalten. „Allein im vergangenen Jahr wurden rund 100.000 kleine Buchen vor allem unter den alten Fichten entlang der Nationalparkgrenze im Süden des Nationalparks gepflanzt“, so Dickmann. „Damit wollen wir gleichzeitig auch verhindern, dass sich hier Borkenkäfer ausbreiten und Schäden in angrenzenden Fichten-Wirtschaftswäldern anrichten“, erklärt der Waldexperte.
Die Gewinnung der Bucheckern läuft wie folgt ab: Nachdem die Netze mit Bucheckern gefüllt sind, werden diese zusammengelegt und zu zentralen Punkten gezogen. Reinigungsmaschinen sortieren die brauchbaren Eckern heraus und verblasen Blätter und sonstige Einträge, beispielsweise kleine Zweige und Hülsen. Die wertvollen Eckern werden dann trocken gelagert, mehrmals gewendet und anschließend in Säcke abgefüllt und gewogen.
Nationalpark Eifel

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