Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service

Buchdrucker immer öfter auch an Kiefer

Immer häufiger melden Forstexperten Buchdruckerbefall auch an der Kiefer. Die eindeutigsten Informationen dazu kamen aus Nordrhein-Westfalen. In einer Online-Pressekonferenz am 3. Juli erklärte Waldschutzexperte Dr. Mathias Niesar von Wald und Holz NRW, am Möhnesee habe der Buchdrucker in Kiefern seine Brut voll entwickeln können.

Ähnliche Meldungen kommen in Nordrhein-Westfalen aus der Senne und vom Niederrhein, wobei dort nicht klar sei, inwieweit sich die Brut entwickelt habe, so Niesar. Auch 2018 habe man bereits voll entwickelte Bruten des Buchdruckers an Kiefer beobachtet, ergänzt Niesars Mitarbeiter Norbert Geisthoff.

Mutation?

Dass der Buchdrucker Kiefern befällt, wenn er nichts anderes mehr findet, ist insofern nichts neues, ungewöhnlich ist aber, dass sich die Brut entwickelt und ausfliegt. Ob es sich hier um seltene Ausnahmen handelt, oder ob in Zukunft der Befall der Kiefer durch eine Anpassung des Buchdruckers zur Regel wird, ist unklar. Entsprechende Mutationen seien durch die ständige rasche Vermehrung und die damit einhergehende Rekombination von Genen zumindest theoretisch möglich, sagte Niesar.

Auch andere Länder

Mittlerweile wird der Befall von Kiefern durch den Buchdrucker auch aus Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg gemeldet. Es ist deshalb davon auszugehen, dass es auch in anderen Bundesländern zu solch einem Befall gekommen ist. Entsprechende Meldungen liegen bislang allerdings nicht vor.

Zur Not auch Buche

Niesar berichtet auch vom Befall von Douglasien durch den Buchdrucker. Hier sei es aber nur zur Anlage der Brut gekommen, die sich dann nicht entwickelt habe. Im Extremfall befällt der Buchdrucker auch Buchen, wusste Niesar zu berichten. Dafür musste er allerdings weit im Archiv zurückgehen. Zuletzt sei dies 1948 beobachtet worden.

Red.

Auch interessant

von