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BSHD zieht Bilanz und gibt Ausblick

Zu einer zweitägigen Klausur trafen sich Vorstand und Führungskräfte des Bundesverbandes der Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD). Nach nunmehr gut zwei Jahren Verbandstätigkeit sollte ein erstes Fazit gezogen werden, um sich inhaltlich und strukturell auf aktuelle politische Entwicklungen einzustellen: „Der schnelle Atomausstieg wird die Holzindustrie in Deutschland vor große Herausforderungen stellen. Der Bedarf an Strom aus erneuerbaren Energien und somit aus Biomasse als derzeit einzige grundlastfähige Regelenergie wird positive wie negative Auswirkungen auf unsere Branche haben“, beschreibt Dr. Klaus Böltz, Präsident des BSHD, die aktuelle Situation. Risiken sieht er in der verschärften Konkurrenz zwischen stofflicher und energetischer Nutzung. Die Chancen liegen aber vor allem darin, dass die Notwendigkeit, das Potenzial der Ressource Holz umfassender als bisher zu nutzen, einen ganz neuen Stellenwert bekommen wird: „Daher gilt es nun, die politische Diskussion in unserem Sinne positiv zu beeinflussen.“

Für den Vorstand des BSHD ist es ganz wichtig, dass sich Unternehmer und Management der Mitgliedsfirmen direkt in die Verbandsarbeit einbringen: „Wir wollen, dass die Firmen sich in der Arbeit und in der Darstellung des BSHD wiederfinden“, betont Böltz. „Insbesondere ist uns die aktive Mitarbeit der Experten aus den Betrieben in unseren Arbeitskreisen wichtig. Die Geschäftsstelle kann die Vielzahl der Themen nicht alleine bewältigen – und ist auf das aktive Engagement der Mitgliedsbetriebe angewiesen. Nur so lässt sich eine effiziente und schlagkräftige Interessenvertretung organisieren.“

Neben dem Arbeitsschwerpunkt Rohstoffsicherung wird sich der BSHD in den nächsten Monaten vorrangig mit der Weiterentwicklung der Werkseingangsvermessung und der Rahmenvereinbarung Rohholzhandel (RVR) beschäftigen, ebenso wie mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Darüber hinaus werden in den Facharbeitskreisen weitere Fragen vertiefend bearbeitet.

Auch personell wurden die Weichen gestellt: Lars Schmidt, Vizepräsident und bisher Interims-Geschäftsführer, wird auch weiterhin als geschäftsführender Vorstand mit Abordnung durch die Firma Pollmeier Massivholz GmbH & Co. KG den Verband führen. „Die Funktion eines hauptamtlichen Vorstandes, zunächst als Notlösung gedacht, hat sich besonders in der politischen Arbeit bewährt. Die Vielzahl der Termine kann nicht allein von den ehrenamtlichen Vorständen bewältigt werden. Politiker wollen aber häufig gerne mit Unternehmensvertretern sprechen“, so Schmidt über seine „Doppelfunktion“ im Verband. Zudem konnte Schmidt in den vergangenen Monaten unternehmerisches Denken und Handeln in die Verbandsarbeit integrieren.

Neue Geschäftsfelder und Zuständigkeiten
Um den wachsenden Anforderungen zu entsprechen, mussten auch Verantwortungen neu zugeordnet werden. Ergänzend zur bestehenden Struktur des BSHD wurde der Arbeitsbereich „Neue Geschäftsfelder“ unter der Leitung von Klaus Kottwitz, bisher Leiter des Regionalbüros in Wiesbaden, installiert. Zu den Handlungsfeldern des neuen Bereichs gehören beispielsweise die Fachgruppe Thermoholz, der Güteverein Thermoholz e.V. sowie der Arbeitskreis Kraft-Wärme-Kopplung.

Der BSHD wird zudem den Bereich Holzbau aufwerten, da hier der weitaus größte Anteil des erzeugten Schnittholzes Verwendung findet. „Bei weiter steigenden Rohholzpreisen, die sich vermutlich mehr am Brennstoffmark orientieren als an der Bauwirtschaft, ist es eine Strategie der Unternehmen die Fertigungstiefe zu erhöhen, um so eine größere Wertschöpfung zu erreichen“, erläutert Norbert Buddendick, Geschäftsführer Markt & Produkte, die Weiterentwicklung seines Zuständigkeitsbereiches.

Kay Schweppe, bis dato für das Kontaktmanagement in Richtung Politik verantwortlich, wird zukünftig ergänzend auch wirtschaftliche Fragestellungen bearbeiten und somit sein Aufgabenfelder zu einem „Geschäftsbereich Politik und Wirtschaft“ ausbauen.

Das Geschäftsfeld „Wald & Rohstoff“ wird in enger Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR) von Dr. Denny Ohnesorge verantwortet. Die Rohstoffversorgung ist für die Mitgliedsunternehmen nach wie vor das dringlichste Problem. Zunehmend stehen in diesem Geschäftsfeld auch Fragen zur Optimierung der Holzlogistik, der Erhalt von Transportkapazitäten – aber auch Holzmobilisierung und Forststrukturen sowie die Waldzertifizierung auf der Agenda.

 

BSHD

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