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BSHD: Nachbesserungen im EEG erforderlich

Am 25. und 26. November 2010 fand im Dorint Hotel am Nürburgring auf Einladung des Bundesverbandes Säge- und Holzindustrie Deutschland (BSHD) das Unternehmerforum Kraft-Wärme-Kopplung in der Sägeindustrie statt.  Neben Mitgliedern des BSHD waren weitere Vertreter der Säge- Papier- und Zellstoffindustrie, Maschinenhersteller, Ingenieurbüros, Sachverständige und Verbandsvertreter gekommen, die sich mit dem Thema Stromproduktion aus fester Biomasse beschäftigen. Lars Schmidt, Vizepräsident des BSHD, begrüßte fast 60 Teilnehmer, von denen die Hälfte auch an der Besichtigung des Biomasseheizkraftwerkes Bioenergie Vulkaneifel in Mehren teilnahm. Das Werk gehört zum Sägewerk Tombers-Hartholz.
Die Meldung über den Beschluss der Clearingstelle-EEG (Erneuerbare Energien-Gesetz) zum Nawaro-Bonus auf Sägewerksrinde passte sehr gut zur Thematik des Unternehmerforums. In einem Votumverfahren hatte die Clearingstelle EEG den Anspruch des Kraftwerksbetreibers auf den Nawaro-Bonus der eingesetzten Rinde unabhängig von der Herkunft bestätigt.  „Auch wenn diese Entscheidung nur einen Einzelfall betrifft, ist davon auszugehen, dass weitere Netzbetreiber den Nawaro-Bonus auf Sägewerksrinde auszahlen werden“,  sagte  Sabine Merkle, Sprecherin des Arbeitskreises Kraft-Wärme-Kopplung im BSHD. Die Clearingstelle ist damit der Rechtsauffassung des BSHD-Arbeitskreises gefolgt. In einem Expertenworkshop beim Bundesumweltministerium (BMU) im Februar, auf dem internationalen Biomassekongress des Bundesverbandes BioEnergie  (BBE) in Augsburg im September und zuletzt in einem Gespräch mit der Clearingstelle-EEG hatten Vertreter des BSHD diese Position vertreten und begründet.
Der BSHD erwartet besonders im Bereich mittlerer und kleinerer Anlagen ein Wachstum an Biomassekraftwerken in der Sägeindustrie. Folgerichtig wurden die Referate mit Schwerpunkt ORC-Technik und Holzvergasung gewählt. Referenten zu den technischen Fragen waren  Dieter Bräkow von der  AG Vergasung von Biomasse,  Andreas Roskam von der Kohlbach Gruppe und Martin Schnatterbeck von Seeger Engeneering AG.  Sven Kraus von der EnBW Energy Solutions GmbH erläuterte die Vorteile von Contracting  als modernes Energieversorgungskonzept für die Holzindustrie. „Damit in der Sägeindustrie weitere Investitionen getätigt werden, muss es im neuen EEG noch einige Änderungen geben“, sagte der stellvertretende Sprecher des Arbeitskreises Kraft-Wärme-Kopplung Norbert Burke in seinem Vortrag. Als Kernforderungen des BSHD nannte er eine klare Aussage zum Nawaro-Bonus auf Rinde unabhängig von der Herkunft – wie jetzt von der Clearingstelle festgestellt – die Aufnahme der Schnittholztrocknung in die Positivliste zum KWK-Bonus und die Abschaffung des Ausschließlichkeitsprinzips. Weitere Vorschläge zur anstehenden Novellierung sind:
  • Die Übernahme der Anlagendefinition im Sinne der Entscheidung der Clearingstelle-EEG
  • Repowering sollte auf Grundlage eindeutiger Kriterien, (z.B. Investitionsvolumen (, Effizienzsteigerung der Anlage) wieder eingeführt werden
  • Aufhebung der Vergütungsgrenzen unter bestimmten Voraussetzungen, z. B. Bereitstellung negativer Regelenergie
  • Definitorische Klarstellung des Begriffs „Landschaftspflegematerial“ und eindeutige Regelung der Nachweisführung
  • Geltungsbereich des KWK-Bonus auf alle Anlagen ausdehnen und die Voraussetzungen für den KWK-Bonus klar definieren
  • Technologie-Bonus sollte allen Anlagen offen stehen, der Maßstab für die Gewährung eines Technologie-Bonus sollte alternativ zur Anlagentechnik die Anlageneffizienz sein
  • Stärkung der Clearingstelle – Verankerung als gerichtsähnliche Instanz vergleichbar den Vergabekammern auf Bundes- und Landesebene
Dr. Andreas Neff vom Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland Pfalz warnte vor Verteilungskämpfen innerhalb der „Erneuerbaren“, erste Grabenkämpfe zwischen der Solarbranche und der Windenergie werden bereits ausgefochten.  Der EEG-Zuschlag dürfe vier -Cent/kWh nicht überschreiten, daher  seien im neuen EEG 2012 eher Rückführung von Vergütungen zu erwarten als neue Töpfe. Die Wirkung des EEG-Zuschlags auf die Strompreise wird jetzt schon auf breiter Fläche diskutiert.  Auch wenn die Sägeindustrie bisher im EEG zu kurz gekommen ist, gibt es also keine Geschenke. 
Der BSHD wird deshalb in seinen Anstrengungen nicht nachlassen, Öffentlichkeit und Politik auf die positiven Voraussetzungen der Sägeindustrie für eine effektive Stromproduktion hinzuweisen.
BSHD

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