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Brunner: „Sturmwürfe im Nationalpark rasch aufarbeiten“

Brunner: „Sturmwürfe im Nationalpark rasch aufarbeiten“

Forstminister Helmut Brunner fordert eine rasche und vollständige Aufarbeitung der großflächigen Windwürfe, die der jüngste Gewittersturm am 13. Juli im Nationalpark Bayerischer Wald angerichtet hat. Laut einer Pressemeldung des Grafenauer Anzeigers vom 20. Juli im geht man nach einer ersten groben Schätzung von rund 70.000 Festmetern Schadholz im Nationalpark aus. Zum Vergleich: Bei „Kyrill“ waren es 120.000 Festmeter.
Nur durch eine rasche und vollständige Aufarbeitung könne eine ungehinderte Ausbreitung des Borkenkäfers in den noch intakten Hochlagenwäldern verhindert werden. Dass es dazu keine Alternative gibt, zeigen laut Brunner die Erfahrungen mit dem Sturm Kyrill im Jahr 2007. Das Liegenlassen von rund 50.000 Festmetern geworfener und gebrochener Bäume in den Hochlagen habe in den darauffolgenden Jahren zu flächigem Käferbefall und erheblichen Folgeschäden geführt. Umso wichtiger sei es, jetzt konsequent und rasch zu handeln, um ein Übergreifen des Käferbefalls auf die Wälder im Umfeld des Nationalparks zu verhindern. Brunner hat dazu auch seinen Kabinettskollegen Markus Söder, der als Umweltminister für den Nationalpark zuständig ist, um Unterstützung gebeten. 
Keine Laien in die Windwürfe!
Leitender Forstdirektor Christoph Graf, Chef des Bereiches Forsten im Regener Landwirtschaftsamt, geht nach einer ersten Bestandsaufnahme davon aus, dass im Staatswald sowie im Groß- und Kleinprivatwald insgesamt rund 70 000 Festmeter Sturmholz angefallen sind, also in etwa ebenso viel wie im Nationalpark. Die Aufarbeitung mit massivem Maschineneinsatz ist bereits voll im Gange. Graf erwartet, dass die betroffenen Bäume im Staats- und Privatwald bis Mitte September vollständig beseitigt sind. „Es handelt sich vor allem um Bruchholz“, so der Forstbereichsleiter. Wohl nur die Hälfte bis maximal zwei Drittel der Gesamtmenge werde daher auf dem Rundholzmarkt landen. Deshalb und weil die Nachfrage nach wie vor sehr groß ist, geht Graf davon aus, „dass der Stammholzmarkt durch dieses Ereignis nicht belastet wird“.
Wichtiger als das ist ihm allerdings der Sicherheitsaspekt. Am 18. Juli kam Graf darum mit Vertretern der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft, der Waldbauernvereinigung und dem örtlichen Revierleiter Erhard Dick zu einem Ortstermin nach Frauenau, um auf die Gefahren bei der Windwurf-Aufarbeitung hinzuweisen. Die Experten machten deutlich: Das Fällen bzw. Zersägen der häufig unter extremer Spannung stehenden Bäume ist nur etwas für Profis. Und auch die sollen nur im Notfall mit der Motorsäge ran: „Wo es irgendwie geht, sollten Maschinen eingesetzt werden“, betont auch Oswald Haslbeck vom Technischen Aufsichtsdienst der Berufsgenossenschaft.
Alle betroffenen Waldbesitzer können sich bezüglich kostenloser Beratung an die zuständigen Förster des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regen oder an die Waldbesitzervereinigungen wenden.
Kontakt:

Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regen, Tel. 09921/88260

 
 
 
Wanderwegezustand im Nationalpark Bayerischer Wald
Auf Grund des Sturmes am Mittwoch, den 13.Juli 2011 sind viele Rad- und Wanderwege im gesamten Nationalparkgebiet gesperrt bzw. nur eingeschränkt benutzbar
Weitere Infos:
 
StMELF/NP Bayerischer Wald

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