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Brüssel schaut auf sächsischen Wald

Brüssel schaut auf sächsischen Wald

Der Sächsische Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Thomas Schmidt informiert gemeinsam mit seinem slowenischen Amtskollegen Dejan Židan über die Ökosystemleistungen der Wälder in ihren Ländern.

„Der Wald war und ist eine unentbehrliche Lebensgrundlage in Europa und weltweit“. Das sagte Staatsminister Thomas Schmidt am 28. Juni 2016 auf einer gemeinsam mit Slowenien organisierten forstpolitischen Veranstaltung im Sachsen-Verbindungsbüro in Brüssel.
„Die Ökosystemleistungen der Wälder, also ihr Nutzen für unsere Gesellschaft,  werden von vielen als selbstverständlich betrachtet“, so Schmidt weiter. Beim Rohstoff Holz sei dieser Wert durch seinen Preis bekannt. Aber auch die Leistungen des Waldes für Erholung, Wasser- und Bodenschutz könne man beschreiben und sogar in Geld ausdrücken, ebenso wie den Wert für den Erhalt der Biodiversität oder den Klimaschutz.
So kommen wissenschaftliche Studien auf einen Erholungswert wohnortnaher Wälder – bezogen auf Sachsen – von mehr als 100 Mio. € pro Jahr. Biodiversitätsmaßnahmen, wie Totholzerhalt oder naturnaher Waldumbau, sind den Sachsen rund 50 Mio. € pro Jahr wert. Über die rechtlichen Vorgaben hinaus werden Ökosystemleistungen durch die vorbildliche Bewirtschaftung des Staatswaldes durch den Staatsbetrieb Sachsenforst verstärkt umgesetzt. Private und körperschaftliche Waldbesitzer leisten ebenfalls einen großen Beitrag für das Gemeinwohl. Sie können dabei finanziell durch die EU, den Bund und den Freistaat Sachsen unterstützt werden.

Staatsminister Schmidt nannte verschiedene anschauliche Beispiele für herausragende Ökosystemleistungen. „Neben den großen Anstrengungen bei der Moorrevitalisierung im Erzgebirge ist das Wiedereinbringen der heimischen Weißtanne im Zuge des Waldumbaus eine große Leistung“, so der Staatsminister.

Über die Situation bei den Ökosystemleistungen der slowenischen Wälder berichtete Forstminister Dejan Židan. Gerade auf dem Gebiet der Biodiversität hat Slowenien Exzellentes zu bieten. Die Sicht der EU-Kommission auf das Thema wurde durch die Generaldirektion Umwelt vertreten. Dabei wurde dargestellt, welche europäischen Anforderungen und Möglichkeiten der Unterstützung für Waldbesitzer existieren. Vor der abschließenden Podiumsdiskussion wurde der Blick noch auf die kürzlich verabschiedete EU-Waldstrategie gerichtet. Auch hier wird die multifunktionale, nachhaltige Waldbewirtschaftung und die Rolle der Regionen dabei gewürdigt.

„Wir haben heute dargestellt, welche vielfältigen Leistungen die Wälder für die Gesellschaften in Slowenien und Sachsen erbringen. Forstbehörden und Forstwirtschaft sind dafür gut aufgestellt“, so Minister Schmidt. „Eine zentrale Steuerung aus Brüssel würde keine Vorteile bringen.“

Die Forstbehörden von Sachsen und Slowenien verbindet seit 2015 eine Zusammenarbeit. So waren Mitarbeiter der slowenischen Forstverwaltung in Sachsen zu Gast, um Erfahrungen bei der Organisation der Staatlichen Forstverwaltung aus dem Freistaat zu sammeln.
 

SMUL

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