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LVB-Vorsitzender Dr. Norbert Schäffer (l.) und der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Staatsforsten Martin Neumeyer stellen die Broschüre „Großvogelhorste” im Nürnberger Reichswald vor.

Bayern: Broschüre „Großvogelhorste im Wald“ vorgestellt

Eine neue Broschüre vom Landesbund für Vogelschutz e. V. (LBV) und den Bayerischen Staatsforsten (BaySF) zeigt, wie Förster und Vogelschützer den im Wald brütenden Großvogelarten wie Schwarzstorch, Habicht und Rotmilan auf die Spur kommen und wie auch Waldbesucher beim Großvogelschutz helfen können.

Sie haben eine imposante Größe, brüten gerne im Wald und mögen es ruhig. Die Rede ist von Großvögeln mit Flügelspannweiten von etwa 60 cm (z. B. der Baumfalke) bis deutlich über zwei Metern (z. B. der Seeadler). Rund 20 Großvogelarten, die Horste bauen und nutzen, gibt es in Bayern. „Vor allem während der Brutzeit ab etwa März reagieren die Großvögel sehr empfindlich auf Störungen“, sagte Dr. Norbert Schäffer, LBV-Vorsitzender. „Die Bewirtschaftung von Wäldern im Rahmen der Holzernte, aber auch verschiedene Freizeitaktivitäten von Waldbesuchern können die Vögel so stark beunruhigen, dass sie den Horstbau abbrechen oder sogar ihre Brut verlassen und ihr Revier dauerhaft aufgeben“, so Schäffer weiter.

Großvogelhorste im Wald erkennen

Präsentation der Broschüre im Nürnberger Reichswald unter einem (dieses Jahr nicht bewohnten) Habichtshorst.
Präsentation der Broschüre im Nürnberger Reichswald unter einem (dieses Jahr nicht bewohnten) Habichtshorst. Foto: BaySF

Damit es nicht soweit kommt, hat der LBV zusammen mit den BaySF eine Broschüre erstellt. „Der naturnah bewirtschaftete Wald ist wichtiger Lebensraum für Großvögel. Viele Arten haben sich in den Staatswäldern in den letzten Jahren wieder angesiedelt, Populationen sich erholt. Unsere gemeinsame Broschüre soll diesen positiven Trend unterstützen, als Entscheidungshilfe für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch für Waldbesucher, um damit Horste zu erkennen und diese dann auch zu schützen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der BaySF, Martin Neumeyer. Entdecken Waldbesucher einen Horstbaum, sollten sie sich ruhig entfernen und anschließend den Waldbesitzer sowie die zuständigen Behörden informieren. Befindet sich der Brutbaum im Staatswald, so wird er durch die Försterinnen und Förster markiert und bei der Bewirtschaftung in einer Horstschutzzone entsprechend berücksichtigt. Keinesfalls sollte der Standort öffentlich gemacht werden.

Für Horstbäume im Staatswald stellen die zuständigen Försterinnen und Förster in ihren Planungen sicher, dass die Vögel ihren Nachwuchs möglichst ungestört großziehen können. Neumeyer erklärte: „Wichtige Biotop- und Horstbäume werden von uns erhalten und nicht gefällt. Die Waldpflegemaßnahmen richten wir zeitlich und räumlich so aus, dass die Vögel während der Brutzeit möglichst wenig gestört werden.

Weitere Informationen zur Broschüre und eine Download-Möglichkeit finden Sie unter diesem Link.

Quelle: BaySF

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