Brennholz am Waldrand
Am südwestlichen Waldrand gelagertes Scheitholz. Optimale Lagerbedingungen, auch durch den Schutz gegen Wiederbefeuchtung.
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Brennholzpreise deutlich gestiegen

12. März 2022

Zu Beginn der Heizperiode des Winters 2021/22 stiegen die Preise für die fossilen Energieträger Öl und Gas stark an. Auch bei Brenn- und Scheitholz konnte ein deutlicher Preisanstieg beobachtet werden.

Die hier vorgestellten Scheitholzpreise sind das Ergebnis der jährlich durchgeführten Preiserhebung der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) und einer Befragung von Privatwaldbesitzern in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt. Die Erhebung der Verkaufspreise bayerischer Brennholzhändler hat bereits eine lange Tradition. Die Preise wurden schon zum 13. Mal über eine Marktrecherche erhoben.

Online-Umfrage zum Brennholzmarkt

Die Online-Umfrage unter den Waldbesitzern, die ihr Brennholz direkt vermarkten, wurde seit dem Winter 2019/2020 zusammen mit dem Wochenblatt nun zum dritten Mal durchgeführt. Wie sich die Preissituation aktuell auf dem bayerischen Scheitholzmarkt darstellt, zeigen die folgenden Ergebnisse.

Im Allgemeinen wurde der bereits in den Vorjahren ermittelte Preisunterschied zwischen den Händlern und Waldbesitzern auch im Winter 2021/2022 wieder deutlich. Ebenfalls kaum verändert hat sich das Nord-Süd-Gefälle, das sowohl bei den Händlern als auch bei den Waldbesitzern beobachtet werden konnte.

Privatwald – vergleichsweise günstig

Das von den bayerischen Waldbesitzern am häufigsten angebotene Brennholzsortiment „ofenfertiges Scheitholz“ kostet aktuell 63 € pro Ster bzw. Raummeter (Rm) beim Weichholz (i. d. R. Fichte, Kiefer usw.) und 85 €/Rm beim Hartholz (i. d. R. Buche, Eiche, Ahorn usw.). Das entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr von 6 % beim Weichholz und 2 % beim Hartholz.

Die Verkaufspreise für Meterscheite liegen für Weichholz bei 48 €/Rm und für Hartholz bei 71 €/Rm und damit im Durchschnitt um 5 % bzw. 13 % über den Vorjahrespreisen.

Für das waldfrische Rundholz (lang) erzielen die Waldbesitzer aktuell einen durchschnittlichen Erlös von 33 €/Rm (Weichholz) bzw. 50 €/Rm (Hartholz). Blieben die Preise für Weichholz auf dem Niveau des Vorjahres, so haben sich die Preise für Hartholz um 7 % erhöht (siehe Tabelle 1).

Grundsätzlich ist über alle Sortimente hinweg eine mehr oder weniger große Preisspanne zu beobachten. Beispielsweise liegt der günstigste Preis für Hartholzscheite (ofenfertig) bei 45 €/Rm. Das teuerste Angebot beträgt 135 €/Rm und entspricht damit dem dreifachen des günstigsten Angebots.

Ebenso deutlich werden die Unterschiede beim Rundholz (Brennholz lang), bei dem die Spanne von 10 €/Rm bis 90 €/Rm reicht. Meist sind solche Extremwerte nicht die Regel und werden in Folge eines Überangebots (beispielsweise durch Borkenkäfer) oder für Kleinstmengen erreicht. Mit Ausnahme von Rundholz (Brennholz lang) der Harthölzer sind die Preisspannen in der Region Süd durchweg höher. Gleiches gilt für die Maximalpreise: Mit 135 €/Rm für Hartholz und 100 €/Rm für Weichholz sind die Verkaufspreise im Süden Bayerns am höchsten. Dies scheint auch an dem wirtschaftsstarken Regierungsbezirk Oberbayern (inkl. München) zu liegen.

Waldbesitzer berichten von erhöhter Nachfrage

Neben den aktuellen Preisen wurden in der diesjährigen Umfrage die Privatwaldbesitzer zur Entwicklung der Nachfrage nach Brennholz befragt. Dabei gaben rund 52 % der Befragten an, dass die Nachfrage gegenüber dem Vorjahr etwas (34 %) bzw. stark (18 %) zugenommen hat. Mit rund 40 % gaben die meisten Waldbesitzer an, dass die Nachfrage unverändert geblieben sei. Nur bei wenigen nahm die Nachfrage etwas (6 %) bzw. stark (2 %) ab.

Ob es sich bei dieser Beobachtung lediglich um einen kurzfristigen Anstieg oder um einen längerfristigen Trend handelt, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Ein möglicher Anstieg der Preise für fossile Energie scheint diese Entwicklung jedoch zusätzlich zu beeinflussen. Für die Brenn- und Scheitholzpreise jedenfalls erwarten rund 68 % der Umfrageteilnehmer in Zukunft einen Anstieg, 30 % keine Veränderung und lediglich 2 % eine Senkung.

Ofenfertiges Hartholz deutlich über 100 €

Bei den bayerischen Brennholzhändlern liegen die Preise für ofenfertiges Scheitholz (33 cm Länge) im bayerischen Durchschnitt bei 87 €/Rm für Weichholz beziehungsweise 114 €/Rm für Hartholz. Das entspricht einer Preisdifferenz von 27 % zu den Verkaufspreisen der Waldbesitzer.

Dieser Unterschied hatte sich auch schon in den vergangenen Jahren in ähnlicher Größenordnung gezeigt. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Preise für Weichholz um 9 % sowie für Hartholz um 12 %. Werden die ofenfertigen Scheithölzer in Schüttraummeter (Srm) verkauft, liegen die Preise auf Vorjahresniveau bei 59 € beziehungsweise 77 € pro Einheit. Begünstigend für die Vermarktung in Srm wirken sich die besseren Handhabbarkeit von Gitterboxen sowie die zunehmende Nachfrage nach Kurzscheiten (25 und 33 cm Länge) aus. Deshalb spielt dieses Abrechnungsmaß insbesondere im professionellen Brennholzhandel eine größere Rolle. Beispielsweise bieten 69 % aller berücksichtigten Brennholzhändler und nur 13 % der befragten Waldbesitzer ihr Brennholz auch in der Maßeinheit Srm an. Umgekehrt bieten nur etwa 15 % der Brennholzhändler, aber 68 % der Waldbesitzer Meterscheite an.

Im langfristigen Trend ist seit Beginn der Preiserhebungen vor 13 Jahren ein neuer Höchststand erreicht worden. Die durchschnittlichen Preise für ofenfertige Hartholzscheite überschreiten die Marke von 100 €/Rm nun deutlich. Jedoch bieten die beobachteten Preisspannen dem Kunden – auch regional – weiterhin die Möglichkeit, günstiges Scheitholz zu beziehen. Ein Preisvergleich kann sich daher lohnen.

So wurden die Preise erhoben

An der Online-Umfrage nahmen insgesamt 374 Waldbesitzer teil, wovon für die Auswertung noch 343 Antworten mit Preisangaben verwendet werden konnten. 143 Befragte kamen aus der Region „Nord“ und 200 Befragte aus der Region „Süd“.

Die teilnehmenden Waldbesitzer konnten im vergangenen Jahr zusammen eine Brennholzmenge von rund 35 000 Rm vermarkten. Somit entfielen im Mittel etwa 100 Rm auf einen Waldbesitzer mit einer durchschnittlichen Waldbesitzgröße von rund 28 ha. Damit ist die Waldbesitzgröße der Waldbesitzer, die an der Umfrage teilgenommen haben, um ein Vielfaches höher als der bayerische Durchschnitt. Dies verwundert nicht, da der Großteil der Klein- und Kleinstprivatwaldbesitzer ihre Brennholzmengen meist für den Eigenbedarf nutzen und diese nicht verkaufen.

Für die Zusammenstellung der Verkaufspreise der professionellen Brennholzhändler wurden eine Online-Recherche durchgeführt und die aktuellen Marktpreise von 68 Händlern ausgewertet. Dabei verteilen sich die betrachteten Händler annähernd gleich auf die beiden Regionen „Nord“ (47 %) und „Süd“ (53 %).

Kilian Stimm, Markus Riebler, LWF

Markus Riebler