Brennholz ist insbesondere im ländlichen Raum ein durchaus häufig verwendeter Energieträger – und soll es auch bleiben, geht es nach der Landesforstanstalt ThüringenForst.
Brennholz ist insbesondere im ländlichen Raum ein durchaus häufig verwendeter Energieträger – und soll es auch bleiben, geht es nach der Landesforstanstalt ThüringenForst.
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Brennholznutzer sollten sich nicht verunsichern lassen

11. November 2022
Die traditionelle Verwendung von Holz als Brennstoff wird in der öffentlichen Diskussion zuletzt häufiger mit dem Begriff „klimaschädlich“ abgetan. ThüringenForst nennt fünf Argumente, die für die energetische Nutzung von Holz auch in Zukunft sprechen.

Holz ist ein CO2-neutraler Energieträger, der sich vor allem im ländlichen Raum als Brennstoff großer Beliebtheit erfreut. Dieser wird insbesondere zur Wärmegewinnung im Wohnbereich eingesetzt. Brennholz fällt in der Regel als Koppelprodukt an, wenn planmäßige Durchforstungs- und Pflegemaßnahmen in den Wäldern erfolgen.

Voraussetzung: Nachhaltige Forstwirtschaft

Holz ist ein CO2-neutraler Brennstoff. Wird Brennholz im Wald geerntet und etwa im Ofen Zuhause zur Wärmegewinnung verbrannt, gelangt der dort gebundene Kohlenstoff mit Sauerstoff als CO2 in die Atmosphäre. Da aber im Rahmen nachhaltiger Forstwirtschaft nur so viel Holz dem Wald entnommen wird, wie wieder nachwächst, wird dieser durch Verbrennung entwichene Kohlenstoff durch Holzzuwachs im waldverbliebenen Bäumen gebunden. Denn Holzzuwachs bedeutet erneute Kohlenstoffbindung im Baum. Die CO2-Bilanz bei der Holzverbrennung ist also bei nachhaltiger Forstwirtschaft ausgeglichen und damit klimaneutral – im Gegensatz zur Verbrennung von fossilen Energieträgern wie Gas, Öl oder Kohle.

Brennholz ist alles Holz, was bei der Holzernte anfällt, aber keine industrielle und damit für den Waldbesitzenden ertragssteigernde Verwendung findet. In der Regel handelt es sich um schwaches Durchforstungsholz oder Kronenholz geringer Dimension und Qualität. Die Nutzung als Brennholz ist insbesondere für den Kleinprivatwald -spätestens bei der Eigenverwendung- von großer Bedeutung.

Dezentrale Versorgung, geringer Energieaufwand

Brennholz wird dezentral gewonnen und ist ein typisches Produkt regionaler, vorzugsweise handwerklicher Lieferketten. Es hat einen kleinen ökologischen Fußabdruck. Brennholz benötigt auch keine deutschlandweite Transportinfrastruktur wie etwa Öl, Gas oder Strom.

Zur Gewinnung von Brennholz bedarf es nur einer geringen Mechanisierung und eines geringen Energieeinsatzes. Es braucht keine Raffinerien, keine Gasspeicher oder Elektrolyseure. Zur Herstellung bedarf es einer Motorsäge und einer Axt. Brennholz schafft nicht nur eine angenehme Raumwärme, sondern auch eine besondere Raumatmosphäre und Akustik, wie dies kein anderer Energieträger vermag.

Leitprinzip Kaskadennutzung

Die Kaskadennutzung ist für Brennholznutzer das übergeordnete Leitprinzip. Holz sollte, soweit technisch möglich, immer zuerst stofflich und erst dann einer energetischen Verwertung zugeführt werden. Damit ist eine effiziente Mehrfachnutzung des Rohstoffs Holz gesichert.

„Holz ist der herausragende Roh-, Bau- und Werkstoff sowie Energieträger mit besten Zukunftsaussichten. Letzterer verbrennt trocken und unbehandelt in modernen Öfen bei geringster Umweltbelastung“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand.

Nicht unendlich verfügbar

Aber Gebhardt stellt auch klar: Holz als nachhaltig produzierter Energieträger ist nicht unendlich verfügbar. Brennholzwerber sollten deshalb Flexibilität bei der Baumartenwahl zeigen und eine vorausschauende Brennholzbevorratung absichern.

Quelle: ThüringenForst