Holztransport

Feuerkette gegen Brenner-Nordzulauf

Bearbeitet von Heinrich Höllerl

Mit einer Kette von rund 3000 Feuern demonstrierten mehrere Bürgerinitiativen Ende Februar gegen den geplanten Bahnneubau im Inntal für den sogenannten Brenner-Nordzulauf. Ab 2030 soll der Verkehr nach Italien durch den Brenner-Basistunnel laufen und damit der Lkw-Transit über die Alpen drastisch reduziert werden.

Doch während Österreich und Italien schon seit Jahren am Bauen sind, steckt Deutschland noch tief im Planungsverfahren. Die Deutsche Bahn hat aktuell fünf Trassenvarianten im Raumordnungsverfahren auf Verträglichkeit prüfen lassen. Vier davon wären mit entsprechenden Auflagen umsetzbar. Bis nach den Osterferien will sich das Unternehmen auf einen konkreten Vorschlag festlegen. Danach muss der Bund entscheiden.

In der Region Rosenheim herrscht aber weiterhin massive Grundsatzkritik: Nach Ansicht der Gegner ist bis heute nicht abschließend geklärt, ob eine neue Trasse überhaupt nötig ist, oder ob eine Ertüchtigung der bestehenden Bestandesstrecke ausreichend wäre. Laut Aussage der bayerischen Verkehrsministerin Kerstin Schreyer ergibt auch eine Szenarienstudie des Bundes nur ein „entschiedenes Vielleicht.“ Erst 2023 werde von dort eine neue Verkehrsprognose erwartet. Die Protestierenden argumentieren, dass dass auf einer modernisierten Bestandstrecke 99% der geforderten 400 Züge zum Brenner fahren könnten und die Belastung der Menschen an der bestehenden Strecke durch einen optimierten Schallschutz deutlich reduziert würde. Darin sei der Wandel in der Verkehrspolitik durch Corona und die Entwicklung hin zu Lkw mit regenerativen Kraftstoffen bzw. Elektroantrieb noch gar nicht berücksichtigt.

Problematisch ist in jedem Fall, dass bei weiteren Verzögerungen des Projekts die Nachbarländer längst mit dem Bau des Tunnels fertig sein werden und auf deutscher Seite dann womöglich noch gar keine Infrastrktur geschaffen wurde.

H. Höllerl