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Brandrodung in Tropen löst Regulierungswut im Europäischen Parlament aus

Brandrodung in Tropen löst Regulierungswut im Europäischen Parlament aus

Johann Resch, Vorsitzender des Ausschusses für Forst- und Holzwirtschaft der LK Österreich und Vizepräsident der LK Steiermark: „Der nun vom Europäischen Parlament angenommene Bericht zum Grünbuch ‚Waldschutz und Waldinformation’ offenbart die Regulierungswut abseits vernünftiger Argumente. Da werden in völlig unnötiger Weise Nachhaltigkeitskriterien zur Waldbewirtschaftung in der EU eingefordert, ganz so, als würden sich nicht die Waldbesitzer seit Generationen an das strenge Forstgesetz und die deutlich verschärften Naturschutzgesetze halten. Finger weg von den nachhaltig geführten Forstbetrieben Europas, muss man den Abgeordneten sagen, da gibt es echte Probleme, die eines Berichtes würdig wären. Wo sind denn die Nachhaltigkeitskriterien bei der Förderung von Erdöl? Wo sind die Kriterien, nach denen Atomkraftwerke strengen Stresstests unterzogen werden müssten? In diesen Bereichen drohen in Zukunft unabsehbare Gefahren für die Gesellschaft, dort ist tatsächlich größter Handlungsbedarf.“ 

Brandrodung: Nicht bei uns

„Es ist schon erstaunlich, wie sehr die negativen Entwicklungen bei der Abholzung von Regenwald und der illegalen Holznutzung in Teilen der Welt dafür genutzt werden, um die heimische Forstwirtschaft zu regulieren, obwohl diese Probleme bei uns nicht bestehen. Die EU sollte sich besser dafür einsetzen, dass die gelebte nachhaltige Waldbewirtschaftung in Europa als Vorbild für andere Ländern dienen kann. Das könnte am besten dadurch gelingen, dass sich die EU aktiv in den Forstministerprozess einbringt, der die Erarbeitung einer Europäischen Waldkonvention aufnehmen will,“ so Resch dazu.
 
Droht Bewirtschaftungs-Ende?

„Werden die Vorschläge dieses Grünbuchs umgesetzt, droht eine Überregulierung, die die Waldbewirtschaftung und Verwendung des nachwachsenden Bau- und Werkstoffes Holz zusätzlich erschweren und für die Konsumenten, die gerne Holz verwenden, unnötig verteuern würde. Darüber hinaus droht Gefahr, weil das Europäische Parlament den Wald anscheinend auf die reine CO2-Speicherung reduzieren will und die positiven Effekte einer Holzverwendung negiert. Offenbar wissen jene EU-Abgeordneten, die diesem Vorschlag zugestimmt haben, nicht, dass nur durch eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, wie sie in Österreich seit Generationen gelebt wird, alle Waldfunktionen gesichert bleiben,“ so Resch weiter.
 
PEFC ist erfolgreich

Die Argumente der europäischen Forstwirte wurden in der Debatte sehr engagiert von zahlreichen Parlamentariern, allen voran von Österreichs Vertreterin, Elisabeth Köstinger, vorgebracht, leider aber von den anderen Parteien ignoriert. Und obwohl Forstpolitik Sache der Mitgliedsstaaten ist und in ganz Europa strenge Forstgesetze bestehen, wird durch die einseitige Ausrichtung auf falsch verstandenen Naturschutz versucht, massiv Einfluss auf die Waldbewirtschaftung in den Mitgliedsstaaten auszuüben. Es wird dabei zusätzlich ignoriert, dass es neben den bereits existierenden strengen gesetzlichen Vorgaben freiwillige Instrumente gibt, mit denen eine nachhaltige Waldbewirtschaftung nachgewiesen wird. So bieten Zertifizierungssysteme, wie das erfolgreiche PEFC, über die ganze Wertschöpfungskette den Nachweis für die Konsumenten, dass Holzprodukte aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammen,“ so Resch abschließend.

LK Österreich/Dr. Josef Siffert

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