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Brandenburgischer Forstverein: "Deutschstunde" in Sachen Nachhaltigkeit

Brandenburgischer Forstverein: „Deutschstunde“ in Sachen Nachhaltigkeit

„Obwohl Nachhaltigkeit für sie Lebenseinstellung ist, möchte ich Sie einladen, diese neu zu entdecken“, so der Buch-Autor Ulrich Grober am 12. Februar vor etwa 100 Gästen im Hörsaal des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde, darunter Forstkollegen, zwei Landtagsabgeordnete, der Bürgermeister der Stadt Eberswalde und Präsidiumsmitglieder des Deutschen Forstvereins (DFV) und des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR).
Nachhaltigkeit, so der studierte Germanist Grober, sei eine Suchbewegung mit reicher Geschichte, wobei der Begriff momentan explodiere und zu einer Blaupause mutiere. Denn wo alles nachhaltig sei, sei letztlich nichts mehr nachhaltig. In den Anfängen einer Begriffsbildung herrsche noch Klarheit und so reflektierte der Referent die forstlichen Klassiker Carlowitz, Hartig und Cotta, die diesen Ur-Begriff formten. Er wolle den Begriff so zunächst auf die Goldwaage legen und mit den Zuhörern darüber philosophieren um neue Blickwinkel zu eröffnen. So finde sich dieses Prinzip jetzt beim club of rome (1972), im Brundlandt-Bericht (1987) und der Erklärung von Rio (1992) wieder und werde hoffentlich zum Kompass für die Zukunft des „spaceship earth“ und etabliere endlich auch den christlichen Grundsatz von Bebauen und Bewahren. Die nachhaltige Forstwirtschaft könne dafür ein optimales und praktikables Leitbild sein, welches Forstleute offensiv verkaufen müssen. Das „Erbe Nachhaltigkeit“ müsse dazu angenommen, genutzt und weitergegeben werden.
Das war Balsam auf die Seele der Zuhörer, warf aber auch gleichzeitig die Frage auf, wie das in der Gesellschaft erreicht werden könne. „Anerkennung muss in der Öffentlichkeit jeden Tag neu erarbeitet werden und dazu kann man sich nicht auf Carlowitz ausruhen,“ so unter anderem Prof. Uwe Meierjürgen in der lebhaften Diskussion, die wiederum das große Interesse an diesem Zukunftsmodell belegte.
 
Jan Engel

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