Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service

Brandenburger Landeswaldbericht 2010 bis 2012 veröffentlicht

In dem zum Jahreswechsel 2013/2014 an den brandenburgischen Landtag übermittelten „Bericht zur Lage und Entwicklung der Forstwirtschaft in Brandenburg 2010 bis 2012“ kann Forstminister Jörg Vogelsänger ein positives Bild der Branche zeichnen: „Brandenburg setzt seinen Weg zu einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung konsequent fort. Dadurch können auch die durch den Klimawandel erwarteten negativen Folgen für den Wald abgemildert werden. Der Landesbetrieb Forst geht dabei mit gutem Beispiel voran.“
Nach dem Landeswaldgesetz ist der Landtag mindestens alle drei Jahre zusammenfassend über die Lage und Entwicklung der Forstwirtschaft und über Fördermaßnahmen in diesem Bereich zu unterrichten.
Wald in Brandenburg. Mit insgesamt rund 1,1 Mio ha sind 37 % der Landesfläche Brandenburgs Wald. Damit stehen in Brandenburg fast 10 % aller deutschen Wälder. Ewa 43.000 ha (4 %) sind Nichtholzboden (Waldwege, Schneisen oder Gewässer im Wald). Der Wald gehört fast 100.000 Waldbesitzern. Größter Eigentümer ist mit rund 274.000 ha Waldfläche das Land Brandenburg. Der Landeswald wird vom Landesbetrieb Forst Brandenburg bewirtschaftet.
Kleinprivatwald. 2007 wurde mit dem Aufbau eines Testbetriebsnetzes für den Kleinprivatwald begonnen. Damit wurde das bereits bestehende Netz des Bundes ergänzt, das nur Betriebe ab einer Größe von 200 ha berücksichtigt. Das Testbetriebsnetz ermöglicht eine Analyse zur wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der kleineren Forstbetriebe. Die Waldbesitzer und die Vorstände der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse schätzen die aktuelle wirtschaftliche Lage der Forstbetriebe als überwiegend gut (23 %) bis durchschnittlich (62 %) ein. Für die kommenden Jahre wird die Prognose der wirtschaftlichen Situation als gleichbleibend oder sich besser entwickelnd eingeschätzt.
 
Holzvorrat. Brandenburg verfügt über einen Holzvorrat von etwa 263 m³/ha Wald und liegt naturbedingt 20 % unter dem bundesdeutschen Durchschnitt. Dabei dominiert mit 73 % noch die Kiefer.
Holzmarkt. Im o.g. Berichtszeitraum hat sich der Holzmarkt nach einem kurzzeitigen Einbruch im Jahr 2008 wieder erholt und auf einem hohen Niveau stabilisiert. Mit einem Sinken der Nachfrage ist nicht zu rechnen. Dementsprechend sind auch die Holzpreise derzeit gut und stabil.Brandenburger Waldbesitzer nutzen etwa 4 m³ Holz pro Hektar und Jahr. Dieser Nutzungsgrad ist hoch und ebenso ein Abbild des gegenwärtig guten Holzpreises. 
Waldpreise. Die Bodenpreise für Waldflächen sind seit dem Jahr 2002 von 11 ct/m² auf über 30 ct/m² im Jahr 2011 gestiegen. Im Berichtszeitraum betrug der Preisanstieg 24 %. Ein Trend zu Flächenverkäufen im Kleinprivatwald ist trotz dieser Preisentwicklung nicht erkennbar.
Waldbewirtschaftung. Konkrete Aussagen über die Anpassung des Waldes an den Klimawandel können noch nicht getroffen werden. Deshalb bleibt der Waldumbau in standortangepasste naturnahe Mischwälder weiterhin eine wichtige forstpolitische Aufgabe. Im Berichtszeitraum wurden 4.800 ha Wald künstlich oder natürlich verjüngt, davon etwa 2.600 ha im Landeswald. Der Landesbetrieb Forst hat ab 2013 seine jährliche Umbaufläche daher auf 1.500 ha erhöht. Im Waldprogramm 2011 sind die Ziele und Bewirtschaftungsgrundlagen für den Umgang mit Wald in den kommenden Jahren festgeschrieben worden. Die „Waldvision 2030“ ist die Strategie für den Bewirtschafter des Landeswalds, den Landesbetrieb Forst Brandenburg.
Förderung. Wald ist wichtiger Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen. Für dessen Erhalt, Schutz und Bewirtschaftung wurden deshalb von 2010 bis 2012 rund 18,9 Mio € Fördermittel an private und kommunale Waldbesitzer ausgereicht. Förderschwerpunkte waren Waldumbau und vorbeugender Waldbrandschutz.
Biodiversität. Im Land Brandenburg waren 2010 fast 13.000 ha Wald einer natürlichen Entwicklung überlassen. Dabei handelt es sich um Waldflächen, auf denen keine forstlichen Nutzungen und Bewirtschaftungsmaßnahmen stattfinden. Damit sind 1,2 % der Waldfläche in Brandenburg ohne eine forstliche Nutzung. Für weitere 30 % Waldfläche ist eine naturschutzorientierte eingeschränkte forstliche Bewirtschaftung auf Grund von Verordnungen, Managementplänen oder anderen Vereinbarungen vorgesehen.
Naturschutz. In Brandenburg wurden 28 Flächen mit einer Größe von rund 800 ha als Naturwälder ausgewählt. Dabei dominieren natürlich vorkommende Buchenwaldgesellschaften, Kiefern-Traubeneichenwälder sowie Stieleichen-Hainbuchenwälder. Einige der Naturwälder werden bereits seit 1935 nicht mehr bewirtschaftet. Im Jahr 2011 wurden fünf deutsche Buchenwälder in die Liste der Weltnaturerbestätten der UNESCO aufgenommen, darum der Brandenburger Grumsiner Wald. Zwischen 2005 und 2012 wurden mehr als 100 Moorschutzprojekte mit enger fachlicher Begleitung durch das Landesumweltamt erfolgreich bearbeitet.
Holzindustrie. Die Holz verarbeitende Industrie hat im Land Brandenburg einen Anteil von 6 % an der gewerblichen Wirtschaft. In 44 Unternehmen (Betriebe mit 20 und mehr Mitarbeitern) erwirtschaften 3.800 Beschäftigte einen jährlichen Umsatz von rund 1,4 Mrd. €. Den größten Anteil daran haben mit etwa 75 % die Unternehmen der Faserplattenindustrie und der Laminatfußbodenproduktion. Baruth, Heiligengrabe und Beeskow sind die größten Standorte der Holzindustrie im Land.
Jagd. Die Jagd trägt als ein wichtiger Baustein zur ökologischen Stabilisierung der Wälder bei. Sie wird auf 2,5 Mio ha der Landesfläche Brandenburgs ausgeübt, davon sind 9 % landeseigene Flächen. Im Berichtszeitraum wurden insgesamt 472.459 Stück Schalenwild geschossen.
Waldschutz. Brandenburg ist mit seinen ausgedehnten Kieferngebieten das Bundesland mit der höchsten Waldbrandgefährdung. Fast ein Drittel aller Brände entfallen auf Brandenburg. Seit dem Jahr 2000 werden die Waldflächen mit einem automatisierten Waldbrandfrüherkennungssystem „Fire Watch“ überwacht, das nach und nach die Feuerwachtürme abgelöst hat. Bei ausgelöster Waldbrandwarnstufe sind landesweit 109 optische Sensoren (Kameras) in Betrieb, die Waldbrände frühzeitig erkennen und sofort eine Alarmmeldung an eine der Waldbrandzentralen senden.
Waldgesetz. Zweck des Brandenburger Waldgesetzes ist unter anderem, den Wald wegen seines wirtschaftlichen Nutzens zu erhalten und seine ordnungsgemäße Bewirtschaftung nachhaltig zu sichern. Allerdings halten sich einige Waldbesitzer nicht an diese Vorgaben, so dass die Landesforstverwaltung jährlich 50 Kahlschläge, die laut Waldgesetz verboten sind, feststellen und ahnden muss. Oft lagen diesen Verstößen gewinnorientierte Interessen der Flächennutzer zugrunde. Hauptsächlich waren dies die Umsetzung von Großprojekten, zum Beispiel der Bau von Solaranlagen, oder eine kurzfristige Gewinnerzielung durch den Verkauf von Holz.
Der komplette Waldbericht zum Herunterladen.
MIL Brandenburg/fp

Auch interessant

von