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Brandenburg: Waldzustandsbericht 2015

Brandenburg: Waldzustandsbericht 2015

Brandenburgs Forstminister Jörg Vogelsänger hat am 14. Dezember den Waldzustandsbericht 2015 des Landes Brandenburg vorgestellt und dabei auch auf das Internationale Jahr des Bodens hingewiesen: „Ohne einen gesunden Waldboden gibt es auch keinen gesunden Wald. Der Waldboden ist Nährstofflieferant, Lebensraum, Wasser- und Kohlenstoffspeicher.“  
Die Erfassung des Waldzustands ist jährlich ein wichtiges Frühwarnsystem für die Waldgesundheit. Trotz des trockenen Frühjahrs und der Hitzewellen des Sommers 2015 sind die Wälder Brandenburgs vital. „Aber Spätfolgen sind nicht ausgeschlossen!“, so der Minister.
Bodenzustandserhebung – Instrument des forstlichen Umweltmonitorings
Neben der jährlichen Erfassung des Waldzustandes, ist auch die Bodenzustandserhebung Bestandteil des forstlichen Umweltmonitorings, die etwa alle 15 Jahre bundesweit auf einem festen Stichprobennetz (8 km x 8 km) durchgeführt wird. Um auf Gefährdungen rechtzeitig reagieren zu können, ist es wichtig den Zustand des Bodens zu kennen. In Brandenburg wurden insgesamt 322 Bodengruben angelegt. Aus verschiedenen Schichten wurden Bodenproben entnommen und in aufwendiger Laborarbeit ausgewertet. Die Ergebnisse liefern Daten zur Nährstoffverfügbarkeit, zur Kohlenstoffspeicherung und zur Belastung mit Schadstoffen. Die Ergebnisse zeigen einen Rückgang der wichtigen Nährelemente Kalium, Magnesium und Kalzium und einen immer noch zu hohen Stickstoffeintrag über die Luft.
Diese Nährstoffdissonanzen sind bisher nicht waldgefährdend, müssen aber bei der Waldbewirtschaftung beachtet werden. Insbesondere bei den nährstoffarmen Böden im Südosten Brandenburgs müssen Äste und Rinde im Wald verbleiben um die Nachhaltigkeit zu sichern. Gegenwärtig wird in Brandenburg noch nicht davon ausgegangen, dass eine Düngung der Waldböden notwendig ist. Dies kann sich aber in ein paar Jahren ändern.
Neben der Frage wie viel Holz geerntet werden darf, ist für den Bodenschutz auch das Wie entscheidend. Schwere Maschinen, die zur Holzernte benötigt werden, fahren nur auf Rückegassen und Maschinenwegen. Dass trotz des hohen Gewichts der Holzerntemaschinen der Bodendruck relativ gering bleibt, dafür sorgen moderne Technologien wie breite Niederdruckreifen, Raupenfahrwerke und Seilkrantechnologien. Bei der Holzernte im Landeswald sind die Anlage fester Rückegassen und bodenschonende Erntetechnologien Standard.
Frühwarnsystem Waldzustandserhebung
Um Veränderungen beim Gesundheitszustand rechtzeitig zu erkennen und darauf reagieren zu können, wird der Waldzustand jährlich mit einer Reihe von Indikatoren erfasst. Die Aufnahme erfolgt an 42 Probepunkten des systematischen Grundnetzes im Raster von 16 km x 16 km als Teil der bundesweiten Waldzustandserhebung (WZE) nach einheitlicher Methode durch das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE).
Gegenwärtig weisen nur 9 % der Waldfläche deutliche Schäden auf. Über 90 % der Waldfläche Brandenburgs sind damit ohne deutliche Schäden. Die Eichen bleiben auch 2015 die Baumartengruppe mit dem schlechtesten Kronenzustand. Gegenüber den Vorjahren zeigen sie aber seit zwei Jahren einen deutlich besseren Belaubungszustand. Die Buchen sind trotz der Trockenstress-Belastung im Sommer 2015 die Baumartengruppe mit den geringsten deutlichen Schäden.
Die sehr milden letzten zwei Winter ließen der Pflanzenwelt kaum Zeit zur Winterruhe. Die Frühjahrstrockenheit und die Hitzewelle im Sommer 2015 haben bisher noch keinen merklichen Einfluss gehabt. Eine Reaktion der Bäume in den Folgejahren ist aber nicht ausgeschlossen.
 

Der Waldzustandsbericht 2015 des Landes Brandenburg hier zum Download (14,5 MB)

 
MLUL Brandenburg

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