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Brandenburg: Vereinbarung zu Waldmoorprojekten

Ende März wurde anlässlich der Schulung von forstwirtschaftlichen Beratern eine Vereinbarung zwischen der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) und dem Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB) zur Unterstützung eines Forschungsvorhaben „Erfolgskontrolle der Moorrenaturierungsmaßnahmen und Ableitung zukünftiger Managementmaßnahmen im Landeswald“ unterschrieben.

Ausgehend von der Bedeutung intakter Moore für die biologische Vielfalt, Klimaschutz und den Landschaftswasserhaushalt wurde 2004 ein Waldmoorschutzkonzept entwickelt. Seitdem wurden insbesondere im Landeswald über 100 Moorschutzprojekte auf insgesamt 1.000 ha bearbeitet. Jährlich setzt der Landesbetrieb 500.000 € für den Moorschutz ein. Die Aktivitäten sind inzwischen Teil des 2014 verabschiedeten Moorschutzprogramms Brandenburg.
Bisher fehlen wissenschaftlich fundierte Aussagen darüber, welche Maßnahmen sich in welchen Gebieten als besonders effektvoll oder eben als nicht wirksam erwiesen haben. Auch mit Blick auf den sorgsamen Umgang mit öffentlichen Geldern besteht ein dringender Bedarf an einer transparenten und quantitativ aussagefähigen Kontrolle.
Ziel ist, eine Methodik zu entwickeln, um den Erfolg der Moorschutzmaßnahmen im brandenburgischen Landeswald zu belegen. So ist vorgesehen, Indikatoren zur Bewertung der moortypischen Biodiversität, des Moorbodenzustands sowie zum Erfolg der Renaturierungsmaßnahmen zu entwickeln, bereits erfolgte Empfehlungen für Waldeigentümer zu evaluieren, das durch die HNEE entwickelte Entscheidungsunterstützungssystem zum Management von Waldmooren zu aktualisieren und schließlich ein praxisgerechtes Handbuch für Revierförster zur Renaturierung von Waldmooren zu erarbeiten. Dieses Handbuch soll in einer weiteren Fassung auch privaten und kommunalen Waldbesitzern zugänglich gemacht werden.
Die HNEE (Fachbereich Vegetationskunde/Angewandte Pflanzenökologie) im Verbund mit der Humboldt-Universität Berlin (Fachgebiet Bodenkunde/Standortlehre) begleiten Waldmoorschutzprojekte in Brandenburg bereits seit 2004 und sind für die Bewertung der Erfolgsaussichten der bisherigen Moorschutzmaßnahmen der geeignete wissenschaftliche Partner. Für das fünfjährige Forschungs- und Umsetzungsvorhaben sind 230.000 € veranschlagt. An der Finanzierung beteiligt sich der LFB mit 65 %. Dies entspricht rund 30.000 € pro Jahr. Die weiteren Kosten trägt die HNEE.
MLUL Brandenburg

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