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Brandenburg setzt Maßnahmenprogramm zur biologischen Vielfalt um

Brandenburg setzt Maßnahmenprogramm zur biologischen Vielfalt um

Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger hat am 3. Juni im brandenburgischen Landtag den Stand der Umsetzung des im April 2014 von der Landesregierung beschlossenen Programms Biologische Vielfalt vorgestellt.
Dabei ging der Minister auf Ziele und Maßnahmen ein, die aus Sicht der Umweltverwaltung in den kommenden Jahren zum Schutz der biologischen Vielfalt in Brandenburg als Schwerpunkte verfolgt werden sollen.
Minister Vogelsänger: „Grundlage des Landesprogramms ist die Darstellung von Handlungsfeldern. In diesen Feldern haben wir uns nochmals auf Prioritäten verständigt. Dabei wird der Schutz der biologischen Vielfalt nicht nur als Aufgabe staatlicher oder ehrenamtlich wirkender Naturschützer verstanden. Vielmehr sind auch andere Akteure, insbesondere in der Land- und Forstwirtschaft, der Wasserwirtschaft oder der Verkehrsplanung gefragt, sich für die biologische Vielfalt zu engagieren.“
Natura 2000
Im Handlungsfeld Naturschutz ist die zentrale Aufgabe die dauerhafte Sicherung des Netzwerks Natura 2000, das 607 FFH-Gebiete und 27 Europäische Vogelschutzgebiete und damit rund ein Viertel der Landesfläche umfasst. Die Landesregierung nimmt die erforderliche rechtliche Sicherung der FFH-Gebiete vor und sorgt für die Verbesserung des Erhaltungszustands von FFH-Lebensräumen und -Arten sowie von Vogelarten. Dazu dienen die Erstellung und von Managementplänen für Natura-2000-Gebiete als Grundlage für die Umsetzung von Erhaltungsmaßnahmen. Die Finanzierung erfolgt vorrangig aus dem EU-Agrarfonds ELER, voraussichtlich aus der Förderrichtlinie (Entwurf) des Ministeriums für Zuwendungen zur Förderungen des natürlichen Erbes und des Umweltbewusstseins. Für die Erfüllung der Natura 2000-Berichtspflichten werden ein Stichproben-Monitoring, ein Totalzensus für 22 Arten und 5 Lebensraumtypen sowie Überblickskartierungen aller Lebensraumtypen und Arten durchgeführt.
Eine hohe Priorität wird der Erhalt, Pflege und Entwicklung von gefährdeten Lebensräumen eingeräumt. Aus dem EU-Wirtschaftsfonds EFRE stehen 3 Mio. € für die Umsetzung des Moorschutzprogramms zur Verfügung. Für die Verbesserung der Bestandssituation für Arten mit besonderer internationaler oder nationaler Verantwortung Brandenburgs und weiterer ausgewählter Arten wie Schreiadler, Auerhuhn, Fischotter, Rotbauchunke, Laubfrosch stehen voraussichtlich Mittel aus dem ELER, Förderrichtlinie (Entwurf) des Ministeriums für Zuwendungen zur Förderungen des natürlichen Erbes und des Umweltbewusstseins, zur Verfügung.
Ländliche Entwicklung
Die Umsetzung von Maßnahmen der ländlichen Entwicklung in Brandenburg erfolgt im Rahmen von LEADER auf der Grundlage des Entwicklungsprogramms für Brandenburg und Berlin (EPLR). Auf der Grundlage des Wettbewerbsaufrufs vom Mai 2014 wurden regionale Entwicklungsstrategien in 14 Regionen erarbeitet und bestätigt. Durch diesen Ansatz sollen effektive, nachhaltige sowie von der Bevölkerung in den ländlichen Regionen getragenen Initiativen zur Senkung des Flächenverbrauchs, zur Umsetzung der Energiewende und zum Schutz der Biodiversität geleistet werden.
Forstwirtschaft, Biotopverbund
Die Landesregierung fördert die Erhöhung des Anteils naturnaher Laub- und Mischwälder durch Waldumbau und die Gestaltung von Waldrändern.
Im Handlungsfeld Verkehr wird die Sicherung eines Biotopverbunds durch Wiedervernetzung und die Wiederherstellung der ökologischen Durchlässigkeit von Verkehrsachsen als Aufgabe der Verkehrsplanung geannt. So sind beispielsweise für eine Grünbrücke an der A 9 bei Beelitz im Landeshaushalt Planungsmittel eingestellt.
 

Hier das Maßnahmenprogramm Biologische Vielfalt Brandenburg

 
MLUL Brandenburg/Red.

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