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Brandenburg: Prävention und Schadensausgleich bei Wolfsübergriffen werden neu ausgerichtet

Der Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg, Jörg Vogelsänger, hat mit dem Vorsitzenden des Schafzuchtverbands Berlin-Brandenburg, Knut Kucznik, „eine zügige Überarbeitung des ,Instrumentenkastens‘ das Brandenburger Wolfsmanagements“ angekündigt.

Minister Vogelsänger: „Der Wolf bleibt als streng geschützte Art ein Bestandteil unserer Kulturlandschaft. Mit der Entwicklung der heimischen Wolfspopulation steigt aber der Handlungsbedarf. Dies wird sowohl von Tierhaltern als auch von Naturschützern anerkannt.“ „Wir wollen schneller reagieren können“, erläuterte der Minister weiter seine Zielrichtung: „Die Zahl der gemeldeten Angriffe sowie die bereits ausgereichten Mittel für den Verlust getöteter Tiere sind in diesem Jahr erneut gestiegen. Ich teile die wachsenden Sorgen der Schäfer, aber auch der Halter von Weiderindern und anderer Nutztierarten, dass mehr für den Schutz ihrer Herden getan werden muss. Gerade Weidehaltung steht in der Öffentlichkeit hoch im Kurs. Artenschutz und Herdenschutz müssen besser aufeinander abgestimmt werden.“
Dazu werden die Erfahrungen aus dem 2015 aufgelegten Bibermanagement und aus dem 2012 erarbeiteten Managementplan für den Wolf in Brandenburg 2013 bis 2017genutzt.
Erweitertes Wolfs- und Herdenschutzmanagement in Brandenburg
1. Um die Beratung zur Prävention und Schadenausgleich zu verbessern, werden ab 2017 befristet zwei Wolfs- und Herdenschutzbeauftragte eingestellt, die der Naturschutzabteilung im Umweltministerium zugeordnet sind. Vorbild sind hierfür die beiden Bibermanager, deren Arbeit über die Wasserabteilung im Ministerium koordiniert wird.
2. Als Reaktion auf die Schadensmeldungen 2016 wird im Haushalt 2017 Vorsorge getroffen und die entsprechenden Mittel für den Schadensausgleich werden beim Landesamt für Umwelt (LfU) aufgestockt. Die Entschädigungsregelung nach dem Wolfsmanagement umfasst alle Nutztierarten.
3. Die Landesmittel für die Präventionsmaßnahmen gegen Wolfsübergriffe auf Nutztiere werden aufgestockt. Das Verfahren für die Beantragung von Fördermitteln für diese Präventionsmaßnahmen wird aus dem EU-Programm „Natürliches Erbe“ in die Richtlinie zum Vertragsnaturschutz übertragen, um schneller, besser und unbürokratischer auf Anträge reagieren zu können. Zuständig für die Bewilligung wird hierfür zukünftig das Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF).
4. Das im Wolfsmanagement Brandenburg bereits angelegte Verfahren zur Erteilung von Ausnahmeregelungen zur Regulierung des Bestands nach Naturschutzrecht wird auf Praxistauglichkeit überprüft und gegebenenfalls durch weitergehende rechtliche Regelungen, die das Land erlässt, ergänzt.
5. Bei Problemen mit verhaltensauffälligen Wölfen ist das Land vorbereitet, um zeitnah zu reagieren.
6. Ab 2018 soll in Brandenburg ein eigenes Wolfsinformations- und Herdenschutzzentrum entstehen. Es wird im Wildpark Groß Schönebeck seinen Standort haben. Arbeitsschwerpunkt werden hier auch Beratungsangebote für ehrenamtliche Wolfsbetreuer, Nutztierhalter, Jäger und Beschäftigte im Forstbereich sein.
7. Das erweiterte Wolfs- und Herdenschutzmanagement wird spätestens 2019 mit den Partnern evaluiert.
„Wolfsplenum“ in Potsdam
„Wir müssen aber noch mehr tun“, fasst der Minister zusammen: „Bei der Weiterentwicklung des Wolfsmanagements ist Brandenburg auch in Kontakt mit anderen Bundesändern, die vor gleichen Problemen stehen oder stehen werden.“ Am 14. Dezember wird Brandenburg Fachleute zu diesem Thema zu einem „Wolfsplenum“ nach Potsdam einladen. Im Vorfeld werden die Mitglieder der AG Herdenschutz zusammenkommen.
Wolf in Brandenburg
In diesem Jahr wurden bisher 174 Nutztiere gerissen. Im Jahr 2015 waren es 97. Von 2008 bis Ende 2015 wurden Fördermittel für Präventionsmaßnahmen in Höhe von 597.275 € ausgezahlt. Für 2016 wurden bisher 15 Anträge in Höhe von rund 200.000 € bewilligt. Die aus formalen Gründen in diesem Jahr abgelehnten Antragsteller erhalten die Möglichkeit, 2017 einen neuen Antrag zu stellen. 2016 wurden für den Ausgleich von Schäden in Nutztierhaltungen bis zum 3. November 40.691 € ausgezahlt.
Die Auszahlungen in den Jahren zuvor:
2015: 11.536 €,
2014: 9.146 €,
2013: 6.078 €,
2012: 13.605 €,
2011: 5.887 €,
2010: 20.545 €,
2009: 7.770 €,
2008: 10.283 €,
2007: 556 €.
Seit 2007 wurden zudem landesweit über 500 Einzelberatungen bei Tierhaltern vor Ort durch Mitarbeiter des LfU durchgeführt, wobei auch jeweils auf die Möglichkeit der Förderung von Präventionsmaßnahmen hingewiesen wurde. Weiterhin informiert das Land zum Thema Wolfsmanagement in Broschüren und Faltblättern sowie auf der Internetseite des Landesumweltamtes (Schadenshotline 0172- 564 17 00.
MLUL Brandenburg

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