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Brandenburg: Landesforstbetrieb künftig nicht mehr handlungsfähig?

Brandenburg: Landesforstbetrieb künftig nicht mehr handlungsfähig?

Im Zuge der Aufstellung des Haushaltsplanes des Landes Brandenburg für die Haushaltsjahre 2017 und 2018 besteht die Forderung für den Forstbereich, mehr als 400 Stellen zu kürzen, ohne dass es eine Vorstellung davon gibt, welche Aufgaben künftig nicht mehr erledigt werden sollen. Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) Brandenburg-Berlin und die IG BAU, Landesvertretung Brandenburg, fordern eine Aufgabenkritik und ein tragfähiges Gesamtkonzept.

Von den heute 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sollen künftig nur noch 1.050 verbleiben. Welche Aufgaben dann noch wahrgenommen werden sollen bzw. können ist momentan völlig unklar.
BDF und IG BAU fordern daher eine klare Aufgabenbeschreibung und inhaltliche Zielsetzung für Forstverwaltung und Forstbetrieb, bevor man über die personelle Ausstattung entscheidet.
  
„Die Forstverwaltung Brandenburgs wird seit 25 Jahren zur Ader gelassen“,
erklärt Uwe Engelmann, Vorsitzender des Bund Deutscher Forstleute, „kein anderer Bereich der öffentlichen Verwaltung ist in ähnlicher Weise so reduziert worden.“ Seit über 15 Jahren werden keine jungen Forstleute mehr dauerhaft eingestellt. Dies ist fatal, da trotz steigender Bedeutung des Waldes in Bezug auf Klimawandel, Holzproduktion, Erholung etc., die Belastungen des Waldes durch Flächeninanspruchnahme, Umweltbelastungen und steigende Anforderungen des Naturschutzes den „Förster vor Ort“ als Moderator und sachkundigen Flächenbetreuer erforderlicher denn je machen.
Höchster Krankenstand im Forstbereich
Stattdessen wird die Forstverwaltung weiter drastisch reduziert, wohl wissend, dass der Krankenstand im Forstbereich durch Überalterung, Nicht-Besetzung von Stellen und zermürbende Diskussionen um die künftige Struktur den höchsten Stand in der gesamten Bundesrepublik aufweist. Hier verabschiedet sich der Dienstherr vorsätzlich von seiner Fürsorgepflicht – zu Lasten der Beschäftigten!
Waldumbau gefährdet
„Wer den Förster vor Ort abschafft, verabschiedet sich auch von den ehemals postulierten Zielen eines Waldumbaus als wichtigste vorbeugende Maßnahme gegen den Klimawandel“, so Jörg Müller, Vorsitzender der IG BAU Brandenburg. Da 60 % der Waldfläche in Brandenburg Privatwald sind, sind betreuende Forstleute unverzichtbar. Auch Waldschulen und andere waldpädagogische Einrichtungen müssten künftig geschlossen werden, wenn die Pläne der Regierung umgesetzt werden. Die Arbeiten im Landeswald könnten künftig ebenfalls nicht mehr durch staatliche Forstwirte erfüllt werden – Lohndumping und Qualitätsverluste sind vorprogrammiert.
BDF und IG BAU fordern Gesamtkonzept von der Landesregierung
Die Pläne für den Personalabbau im Forstbereich sind zudem in keiner Weise mit den Plänen zur Kreisgebietsreform abgestimmt. Auch hier soll die Forstverwaltung zerschlagen werden, wohl um dem Innenminister die fehlende Rechtfertigung zur Umsetzung dieser landesweit höchst umstrittenen Reform zu liefern.
Wir fordern die Landesregierung daher auf, eine klare Zielsetzung für den Forstbereich in ein fundiertes Gesamtkonzept zu gießen.
Die Forstgewerkschaften BDF und IG BAU stehen für einen echten Dialog wie immer zur Verfügung.
BDF, IG BAU

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