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Brandenburg: Jahrestagung des Waldbesitzerverbands

Brandenburgs Forstminister Jörg Vogelsänger hat das Engagement und die Pflegeleistung privater Waldbesitzer für ihren Wald gewürdigt.

Minister Vogelsänger hielt anlässlich der Mitgliederversammlung des Waldbesitzerverbands am 28. April ein Grußwort. Mit rund 1,1 Mio. ha ist Brandenburg eines der waldreichsten Bundesländer.
Minister Vogelsänger: „61 Prozent der Waldflächen gehören fast 100.000 Eigentümern. 38 Prozent des Privatwalds entfallen auf Waldbesitzer, die weniger als 20 Hektar bewirtschaften. Auf diese breite Eigentumsstreuung in unseren Wäldern sind wir stolz. Das Land unterstützt gerade auch kleine und mittlere Forsteigentümer mit öffentlichen Mitteln jährlich in Millionenhöhe, damit auch kommende Generationen sagen können: Wald in Brandenburg ist eine Familiensache.“
Die Branche Forst und Holz zählt über 30.000 Beschäftigte. „Wenn wir heute auf eine gut aufgestellte Holz verarbeitende Industrie verweisen können, die sich zum Land Brandenburg bekennt, dann hat dies auch damit zu tun, dass private Waldbesitzer diesen nachwachsenden Rohstoff aus nachhaltiger Bewirtschaftung zur Verfügung stellen können“, so der Minister weiter. Nach den Zahlen des Landesforstbetriebs wurden von den 2015 eingeschlagenen rund 4,6 Mio. Kubikmetern Holz in Brandenburg rund 2,8 Mio. Kubikmeter im Privatwald geerntet.
Schwerpunkt Waldschutz in Südbrandenburg
Schwerpunktthema der Tagung ist die Waldschutzsituation in Südbrandenburg. Im Landkreis Elbe-Elster kam es im vergangenen Jahr zu einer Massenvermehrung der Kiefernbuschhornblattwespe. Die Folge sind großflächig kahl gefressene Kiefernwälder.
Minister Vogelsänger: „Wir haben das Waldschutzmonitoring auf diesen Flächen noch einmal intensiviert und beraten verstärkt die Waldbesitzer.“ Ob in diesem Jahr noch einmal mit einer Massenvermehrung zu rechnen ist, wird durch die Revier- und Oberförster und das Waldschutzteam des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde (LFE) überwacht. Besonders kosten- und zeitintensiv ist die Suche der Insektenkokons im Waldboden und deren Auswertung im Labor, die in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden.
Gegenwärtig ist aus Sicht der Eberswalder Fachleute nicht davon auszugehen, dass es zu einem erneuten Schlupf der Kiefernbuschhornblattwespe kommt.
Aufruf zum weiteren Waldumbau
Reine Kiefernforste sind durch immer wiederkehrende Massenvermehrungen von Schadinsekten und ein höheres Waldbrandrisiko besonders gefährdet. Die Wälder Brandenburgs werden dominiert durch die Kiefer. Ihr Anteil liegt aus historischen und standörtlichen Gründen weiterhin hoch bei 70 %. Dies entspricht 735.000 ha Wald. Das sind 31 % der Kiefernfläche in Deutschland. In Südbrandenburg stehen sogar auf 77,7 % der Waldfläche Kiefern, denn diese Baumart wächst auf den Lausitzer Standorten besonders gut.
Für die heimischen Waldbesitzer und die Holzwirtschaft ist sie damit weiterhin der Brotbaum. Aus wirtschaftlichen Gründen macht ein Umbau in Mischwälder vor allem dann Sinn, wenn Reviere bei der Holzernte durchforstet werden. Eine Saat oder Pflanzung anderer (vor allem Laub-)Baumarten ist in solchen Kiefernreinbeständen umsetzbar, die in den nächsten 40 Jahren zur Nutzung anstehen. Außerdem muss die Wasser- und Nährstoffversorgung für Laubbäume ausreichend gesichert sein.
Waldbesitzer sollen und können aktiv etwas für den Waldumbau tun. „Bringen Sie andere Baumarten in ihre Wälder ein. Das Land fördert den Waldumbau jährlich mit acht Millionen Euro“, wirbt der Minister.
 
MLUL Brandenburg

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