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Der Waldumbau in Brandenburg wird seit mehr als 30 Jahren vorangetrieben.

Fünf Schwerpunkte für zukunftsfähige Wälder

Berlin-Brandenburgs Wälder sind durch fehlende Niederschläge und hohe Temperaturen besonders vom Klimawandel betroffen, betonte der Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft Brandenburg, Jörg Vogelsänger, anlässlich des Waldgipfels des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

Minister Vogelsänger: „Nicht nur Waldbrände belasten unsere Wälder. Auch vertrocknete Forstkulturen, absterbende Kiefern, Buchen und Eichen, sind aufgrund der fehlenden Niederschläge, vor allem im Süden unseres Landes, ein großes Problem. Der gerade vorgestellte Klimareport für Brandenburg hat noch einmal mit Daten unterlegt, dass Brandenburg der Kern einer trockener fallenden Region wird, die auch in unsere Nachbarländer reicht. Wir brauchen daher umso dringender eine national abgestimmte, waldbauliche Strategie. Wir brauchen das Knowhow der vom Bund finanzierten forstwissenschaftlichen Forschungsreinrichtungen. Nicht zuletzt brauchen wir rechtliche Rahmenbedingungen und Geld, um auf die Veränderungen des Klimas wirksam reagieren zu können.“

Auf Landesebene hat sich Brandenburg seiner Verantwortung gestellt, Waldbesitzern Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten. So wurde vor wenigen Wochen eine Forstförderrichtlinie neu aufgelegt, die Finanzmittel zur Unterstützung von walderhaltenden Maßnahmen nach Extremwetterereignissen bereitstellt.

Auf Bundesebene sieht Minister Jörg Vogelsänger aktuell fünf Handlungsschwerpunkte:

  1. Forschung: Aufgrund der Langlebigkeit der Waldökosysteme ist eine deutliche Erhöhung der Grundlagenforschung zu klimaresilienten Baumarten und im Bereich der Holzforschung notwendig.
  2. Fördermittelzuweisung nach Betroffenheit: Um Waldbesitzern eine schnelle und wirksame Hilfe anbieten zu können, ist eine ausreichende und einfache Förderung für die Wiederbewaldung, die Waldpflege und die Entwicklung stabiler Mischwälder mit ausreichender Mitteldeckung notwendig. Die Mittelzuteilung an die Bundesländer sollte – ähnlich wie die Dürrehilfe für die Landwirtschaft – nach Betroffenheit erfolgen.
  3. Bessere Unterstützung für die Beräumung von Kampfmitteln: Gerade für Brandenburg als Land mit den meisten ehemaligen Truppenübungsplätzen ist die Aufnahme von förderfähigen, vorbereitenden Maßnahmen wie die Kampfmittelsondierung von großer Bedeutung.
  4. Anreize für künstliche und natürliche Verjüngungsmaßnahmen: Zudem sollte dazu übergegangen werden, Verjüngungsmaßnahmen nicht nur unter Investitionsgesichtspunkten zu betrachten und damit den entstandenen Aufwand zu fördern, sondern den Erfolg des Waldumbaus zu honorieren und sowohl künstliche als auch natürliche Verjüngungsmaßnahmen gleichermaßen mit Anreizen zu versehen.
  5. Jagdgesetzgebung überprüfen und anpassen: Die Überarbeitung des Bundesjagdgesetzes ist eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Wiederbewaldung beziehungsweise die Fortsetzung des Waldumbaus. Waldumbau kann nicht allein durch Saat und Pflanzung erreicht werden. Allein schon wegen der hohen Kosten für Wildschutzmaßnahmen sind hier Grenzen gesetzt. Um auch auf dem Weg der natürlichen Verjüngung naturnahe Mischwälder zu erreichen, ist Jagd das entscheidende Instrumentarium. Zudem weisen Areale mit natürlicher Waldverjüngung eine höhere Resilienz auf als künstliche.
Red./MLUL Brandenburg

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