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Im Jagdjahr 2017/2018 wurden im Land Brandenburg beim Schwarzwild Rekordwerte erzielt, so das MLUL in der Statistik zum Jagdjahr 2017/2018.

Brandenburg: Ergebnisse im Jagdjahr 2017/2018

Laut Jagdstatistik für das Land Brandenburg liegt die Gesamtstrecke im Jagdjahr 2017/2018 an erlegtem Schalenwild mit 176.418 Stück um 4 % über dem Vorjahreswert.

Einmal im Jahr zieht die Oberste Jagdbehörde im Brandenburger Agrarministerium die Bilanz eines Jagdjahres. Dieses endet jeweils am 30. März und beginnt demzufolge am 1. April. Die Auswertung erfolgt auf der Grundlage der Meldungen aus den Kreisen. Die Streckenstatistik umfasst aber nicht nur erlegte Tiere, sondern neben Totfunden auch Unfallwild.

Schwarzwildpopulation sehr hoch

Für das Streckenplus sorgte allein die enorm hohe Schwarzwildstrecke: Mit 89.819 Stück Schwarzwild wurde eine neue Rekordstrecke erreicht. Das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg hat in Zusammenarbeit mit Kreisverwaltungen und Veterinärbehörden ein Maßnahmenpaket zur Reduzierung des Schwarzwilds beschlossen. Dazu zählen auch Prämienregelungen für die Erlegung von Schwarzwild. Mit der Freigabe künstlicher Lichtquellen und der Aufhebung der Schonzeit für Bachen, die keine Frischlinge führen, wurden die Möglichkeiten bei der Jagdausübung verbessert und hinderliche Restriktionen abgebaut.

Die hohen Streckenzahlen beim Schwarzwild zeugen allerdings von einer anhaltend großen Schwarzwilddichte im Land. Angesichts der vorrückenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) in den Nachbarländern Deutschlands bleiben vorbeugende Maßnahmen zur Abwehr der Seuche auf der Agenda. Die intensive Bejagung des sehr anpassungsfähigen Schwarzwilds muss auch in den kommenden Jahren oberste Priorität haben.

Rotwild, Damwild, Muffelwild, Rehwild

Im Gegensatz dazu konnten bei den anderen Schalenwildarten die Vorjahresergebnisse nicht ganz erreicht werden.

Beim Rotwild wurde eine Strecke von 8.901 Stück Rotwild realisiert. Das sind 17 % weniger als im Jagdjahr 2016/2017. Hohe Streckenanteile haben daran die Landkreise Oder-Spree (13 %) und Ostprignitz-Ruppin (12 %).

Die Damwildstrecke sinkt weiter und erreichte 2017/2018 nur noch eine Höhe von 10.735 Stück. Das sind 13 % weniger als im Vorjahr. Die höchsten Anteile an der Landesstrecke erbrachten wie im Vorjahr die Landkreise Oberhavel (30 %), Uckermark (27 %) und Potsdam-Mittelmark (17 %).

Weiter gesunken ist auch die Muffelwildstrecke. Es wurden 523 Mufflons erlegt, 17 % weniger als im Vorjahr. Der Landkreis Oberhavel trug 39 %, die Uckermark 24 % zur Landesstrecke bei.

Die zuletzt angestiegene Rehwildstrecke ist im Jagdjahr 2017/2018 um 3 % zum Vorjahr gesunken und liegt bei 66.440 Stück Rehwild. Erneut wurden deutlich mehr Böcke als Ricken erlegt. Die höchsten Strecken verzeichneten die Landkreise Ostprignitz-Ruppin (16 %) und Uckermark (12 %).

Niederwildarten

In Brandenburg wurden 2.564 Feldhasen erlegt, 7 % weniger als im Jagdjahr 2016/2017. Dabei ist zu berücksichtigen, dass wiederum zwei Drittel der Strecke Verkehrsopfer sind. Die Jagdstrecke bei den Kaninchen umfasst 61 Tiere, 16 mehr als im Vorjahr. Die Strecke bei den Fasanen war im Jagdjahr 2017/2018 nur noch dreistellig: 898 erlegte Fasane bedeuten ein Streckenminus von 16 % gegenüber dem Vorjahr. Nennenswerte Strecken bei Feldhasen und Fasanen konnten wieder nur im Landkreis Märkisch-Oderland erzielt werden.

Die Jagdstrecke bei den Enten sinkt weiter deutlich ab. Im Jagdjahr 2017/2018 wurden 5.325 Enten erlegt, 28 % weniger als im Vorjahr. Die meisten Enten wurden in der Uckermark erbeutet. Bei den Gänsen betrug die Jagdstrecke 2017/2018 insgesamt 4.813 Stück, das sind 6 % über der Strecke des Vorjahres. In Potsdam-Mittelmark wurden die meisten Gänse erlegt. Die Strecke der Ringeltaube erreichte das Vorjahresniveau nicht: 1.489 Ringeltauben bedeuten ein Streckenminus von 22 %. Potsdam-Mittelmark vermeldet die meisten Abschüsse.

Raubwildarten

Der Trend beim Rotfuchs ist wie im Vorjahr weiter rückläufig. Eine Strecke von 23.726 erlegten Füchsen bedeutet ein Streckenminus von 5 % gegenüber dem Vorjahreswert. In Märkisch-Oderland und der Uckermark wurden die meisten Füchse erlegt. Die Strecke der Steinmarder ist geringfügig auf 1.439 Exemplare im Jagdjahr 2017/2018 gefallen. Die höchste Strecke meldete wiederum Märkisch-Oderland. Die Streckenzahlen beim Dachs stagnieren weiterhin. Im Jagdjahr 2017/2018 wurden 4.214 Dachse erlegt, 2 Dachse weiniger als im Vorjahr. In der Uckermark war sie am höchsten. Unaufhaltsam steigt die Jagdstrecke bei den Waschbären. Mit 35.785 erlegten Tieren erreicht sie abermals eine neue Rekordhöhe und übertrifft das Vorjahresergebnis um 27 %. Der Barnim hat daran mit über 5.000 erlegten Waschbären den höchsten Anteil. Nach zuletzt steigender Tendenz ist die Jagdstrecke beim Marderhund wieder gesunken. Es wurden 7.207 Exemplare erlegt. Das sind 5 % weniger als im Vorjahr. Im Vergleich der Landkreise liegt die Uckermark mit über 1.000 Exemplaren ganz vorn. Ein leichter Anstieg ist beim Mink zu verzeichnen: 188 Tiere sind 26 mehr als im Vorjahr. Im Havelland wurden wieder die meisten Minke erlegt.

Red., Quelle: MLUL Brandenburg

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