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Brandenburg: Entwurf für „Energiestrategie 2030“ vorgelegt

Brandenburgs Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers und Umweltministerin Anita Tack haben am 10.1.2012 den Entwurf für die „Energiestrategie 2030“ vorgelegt. In dem Entwurf werden die Schwerpunkte und Ziele in der Energiepolitik für die nächsten Jahre formuliert.
Minister Christoffers: „In dem Entwurf verschieben wir den Schwerpunkt weiter zu den erneuerbaren Energien. Eine der zentralen Herausforderungen wird dabei die Systemintegration der Energie aus Wind, Biomasse und Sonne sein.“

Ministerin Tack hebt hervor, dass mit der Energiestrategie 2030 die klimapolitischen Zielstellungen des Landes Brandenburg bekräftigt und die bereits mit der Energiestrategie 2020 eingeleitete Energiewende konsequent fortgeführt werden. Während in Brandenburg laut Energiestrategie bis 2030 die CO2-Emissionen um 72 % gesenkt werden sollen, hat sich die EU nur eine CO2-Einsparung von 20 % und die Bundesrepublik von 55 % vorgenommen. Bilanziell wird Brandenburg 2030 seinen Strombedarf zu 100 % aus erneuerbaren Energieträgern decken können. Tack erinnerte daran, dass die erforderliche Nettofläche für Windeignungsgebiete rund 585 Quadratkilometer beträgt, was einer Landesfläche von rund 2 % entspricht. „Es muss noch viel Überzeugungsarbeit für den Vorrang für erneuerbare Energien geleistet werden“, ist sich die Umweltministerin sicher.

Wesentliche Ziele im Entwurf „Energiestrategie 2030“ sind:
• Der Endenergieverbrauch soll bis 2030 um 23 % sinken (durchschnittlich 1,1 % pro Jahr). Der Primärenergieverbrauch soll um 22 % sinken.
• Die erneuerbaren Energien sollen bis 2030 einen Anteil von mindestens 35 % am Primärenergieverbrauch haben, am Endenergieverbrauch soll der Anteil 50 % betragen.
• Der Netzausbau und die Entwicklung der Speichertechnologien müssen verstärkt werden, um die Systemintegration der erneuerbaren Energien zu gewährleisten.
• Um den sozialverträglichen Umbau der Energieversorgung und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, soll die zunächst Braunkohleverstromung effizient und CO2-arm fortgesetzt werden.
• Die CO2-Emissionen sollen bis 2030 um 72 % (auf 25 Mio. t gegenüber dem international üblichen Referenzjahr 1990) gesenkt werden.
• Forschung und Entwicklung in den Themenfeldern Energie und Klima werden auch weiterhin nachdrücklich unterstützt.
• Die transparente Informationspolitik wird fortgesetzt, die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie der Regionen soll gestärkt werden.
• Beschäftigung und Wertschöpfung sollen im Rahmen der Energiewende stabilisiert werden.

Der Entwurf der „Energiestrategie 2030“ ist den Abgeordneten des Landtages, den Umwelt- und Wirtschaftsverbänden, der Energiewirtschaft, dem Nachhaltigkeitsbeirat, den Mitgliedern der Umweltpartnerschaft sowie Gewerkschaften und Kammern zugeleitet worden. Bis Mitte Februar 2012 können Stellungnahmen abgegeben werden. Wann die Landesregierung die Energiestrategie im Kabinett verabschieden wird, steht noch nicht fest.

MUGV Brandenburg

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