ABO
Brandenburg: Energie aus dem Wald

Brandenburg: Energie aus dem Wald

Unter dem Motto „Energie aus dem Wald – Theorie und Praxis der Energieholznutzung“ hat der Waldbesitzerverband Brandenburg am 24. März zu seiner Jahresmitgliederversammlung nach Belzig eingeladen. In seinem Grußwort unterstrich Brandenburgs Forstminister Jörg Vogelsänger, dass die heimische Forstwirtschaft ihren Beitrag zu den in der Energiestrategie 2030 verankerten Zielen leisten kann und muss. „Wir stehen gemeinsam vor der Aufgabe, den Brandenburger Wald weiterzuentwickeln und als stabilen ökologischen und ökonomischen Faktor für unser Land einzusetzen“, so der Minister: „Dem Wald in Brandenburg geht es gut, aber gerade deshalb haben wir keine Zeit uns auszuruhen.“

Klimaschutz im Wald ist vor allem nachhaltige Holznutzung. Potenziale gibt es in Brandenburg aber auch bei der Nutzung von Waldflächen für Windkraftanlagen. Vogelsänger: „Die Windenergie ist eine bedeutende Säule in der Energiestrategie des Landes. Bekanntlich sind auch im Land Brandenburg nicht unbegrenzt Flächen verfügbar, in denen raum- und umweltverträglich Windkraftanlagen errichtet werden können. Ich möchte und kann daher den Wald nicht außen vor lassen, lege aber Wert darauf, dass der – wenn auch geringe – Flächenverbrauch von einem halben Hektar je Windkraftanlage durch entsprechende Ersatzaufforstungen wieder ausgeglichen wird.“

Die Energieziele der Landesregierung sehen für die Windkraft im Jahr 2030 eine installierte Leistung von 10.500 MW und 2 % der Landesfläche vor. Derzeit sind in Brandenburg 4.600 MW installiert, womit das Land nach Niedersachsen in Deutschland auf Platz 2 steht. Die Regionalen Planungsgemeinschaften sind derzeit mit der Erarbeitung beziehungsweise der Überarbeitung bestehender Pläne zur Windkraftnutzung befasst, wobei eine Vielzahl von Kriterien und Restriktionen wie Schutzgebiete, Abstand zu Siedlungen zu berücksichtigen sind. Um die Ziele der Energiestrategie zu erreichen und gleichzeitig Rücksicht auf andere berechtigte Belange zu nehmen, muss der Wald in die Suche nach geeigneten Standorten einbezogen werden.

„Diese Prüfung erfolgt nicht undifferenziert, sondern berücksichtigt die verschiedenen Funktionen des Waldes“, sichert der Minister zu. Die Nutzung von Waldstandorten ist auch deswegen aus Landessicht vertretbar, weil die Flächeninanspruchnahme für Windkraftanlagen im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energien relativ gering und somit durch Ersatzaufforstungen ausgleichbar ist (0,5 ha Waldverbrauch je Anlage). Auch ist neben den Windkraftanlagen im Wald weiterhin Forstwirtschaft möglich. Die Waldflächen können – anders als bei Solaranlagen – betreten werden, so dass auch die Erholungsfunktion des Waldes nicht wesentlich eingeschränkt wird.

MIL Brandenburg

Auch interessant

von