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Brandenburg: 2016-er Ehrenbezeichnung „Patenförster“ verliehen

Brandenburg: 2016-er Ehrenbezeichnung „Patenförster“ verliehen

Es ist im Land Brandenburg seit 1995 Tradition, die Ehrenbezeichnung „Patenförster“ einmal im Jahr mit entsprechender Urkunde an einen Forstbediensteten zu vergeben, der sich als Betreuer von Waldjugendgruppen, Forst-AGs, forstlichen Ganztagsschulangeboten, Waldschulen, Schulwäldern, Waldprojekttagen oder auf andere Weise in herausragendem Maße der waldpädagogischen Arbeit mit jungen Menschen widmet. Diese Ehrung hatte stets auch bildungs- und forstpolitische  Bedeutung und trug u.a. zur Verankerung des „Lernorts Wald“  im brandenburgischen Bildungswesen bei. Erfolgte sie für langjähriges Engagement, so war sie außerdem von gewissem forst- und waldpädagogik-geschichtlichem Interesse.

Ehrenbezeichnung „Patenförsterin 2016“ an Beate Radestock

So war es kürzlich auch bei der 2016-er Würdigung: Am 10. November wurde durch den Direktor des Landesbetriebs Forst Brandenburg die zertifizierte Waldpädagogin Beate Radestock vom Haus des Waldes in Gräbendorf für ihre jahrzehntelange erfolgreiche waldpädagogische Tätigkeitals brandenburgische Patenförsterin 2016 geehrt.

Beate Radestock wurde 1989 als Mitarbeiterin an der seit 1978 existierenden „Naturschutzstation Frauensee“ des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Königs Wusterhausen für die Mitwirkung an dortigen forstlichen Öffentlichkeitsarbeit sowie  forstlichen Naturschutzarbeit eingestellt. Mit der politischen Wende begann hier schon Ende 1989 der fachliche Austausch mit den Berliner Forsten, dem Berliner Freilandlabor Britz sowie dem Landesverband Berlin der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). In der Folge wirkte Beate Radestock an der Gründung eines Fördervereins der Naturschutzstation sowie des Regionalverbands Dubrow der SDW mit. Letzterer ist die erste SDW-Organisation in der Noch-DDR. Über die SDW wurde im Oktober 1990 nach dem Muster der Züricher Sihlwaldschule die „Waldschule Frauensee“ gegründet – es war die erste derartige Einrichtung forstlicher Umweltbildung in den neuen Bundesländern. Beate Radestock befasste sich seither vor allem mit der praktischen Waldschularbeit vor Ort, mit der Entwicklung von Naturlehrmitteln (waldpädagogischen Lehr- und Lernmitteln) sowie mit der Koordinierung der waldpädagogikgemäßen Ausgestaltung der Einrichtung inklusive ihres Außengeländes.

1991 erhielt diese Naturschutzstation die Bezeichnung Haus des Waldes und wurde u.a. auch Einsatzstelle für Zivildienstleistende. 1992 entstand ein erstes Konzept für die brandenburgische forstliche Umweltbildung (Waldpädagogik). Beate Radestock wirkte ebenso an der Vorbereitung der Waldpädagogik-Schulungen im Rahmen der Anpassungs-Fortbildung der brandenburgischen Forstbediensteten mit. Seit 1993 – das Haus des Waldes war Einsatzstelle für das Freiwillige Ökologische Jahr geworden – bis heute beteiligt sie sich an der fachlichen Betreuung der „Ökis“. Neben der traditionellen Waldschularbeit am Haus des Waldes fuhr sie mit dem SDW-Waldmobil gemeinsam mit einer Kollegin an Brandenburger und Berliner Schulen und Kindergärten.

Von Mai 1995 bis 2012 steuerte das Haus des Waldes als „Waldpädagogik-Zentrum“ der brandenburgischen Landesforstverwaltung die Entwicklung der forstlichen Dienstaufgabe Waldpädagogik. Damit strahlte die Waldschul- und Naturlehrmittelarbeit von Beate Radestock nunmehr auch landesweit aus. Sie war eingebunden in die vom und am Haus des Waldes organisierten waldpädagogischen Seminare für Förster, Lehrer und Erzieher, in Praktika, Projektberatungen sowie Erfahrungsaustausche mit dem In- und Ausland. Der seit 1978 vorhandene Waldlehrpfad in der Dubrow wurde unter ihrer Mitwirkung zu einem Walderlebnispfad umgebaut, der heute auch als Parcoursgrundlage für das Waldpädagogikangebot „Waldrallye“ dient. Ein großer Erfolg am Haus des Waldes wurden außerdem die Familienwaldtage (seit 2000), die Walderlebniswelten „Hirschkäferwelt“ (seit 2001) und „Pirschweg“ (seit 2009) sowie die Waldtheatertage (seit 2006). Gleichwohl assistierte Beate Radestock seit 2004 bei der durch das Haus des Waldes betriebenen Vernetzung der Waldpädagogik im deutschen Sprachraum (www.waldpädagogik.de) sowie in Europa (www.forestpedagogics.eu). Sie entwickelte und betreute ab 2007 für die brandenburgische Landesforstverwaltung und später auch für www.waldpädagogik.de eine Naturlehrmittelbörse. 2010 folgte das Konzept „Holzplatz“ als Holz-Erlebnisparcours für Schüler bis zur Sekundarstufe I. Die „Praxis Dr. Wald“, die das System der Walderlebniswelten am Haus des Waldes abschloss, wurde 2011 eröffnet. Die Anlage ermöglicht den Besuchern das Erleben der gesundheitsfördernden Wirkungen des Waldes.
Seit 2012 wirkte das Haus des Waldes nicht mehr als brandenburgisches Waldpädagogik-Zentrum, sondern als Waldschule des Landesbetriebes Forst Brandenburg/Oberförsterei Königs Wusterhausen. Seitdem engagiert sich Beate Radestock bei fast allen 14 waldpädagogischen Angebotskategorien des Hauses. Im Jahr 2013 erwarb sie das brandenburgische Waldpädagogik-Zertifikat.
 

Zum Haus des Waldes in Gräbendorf

 
Red./SDW, Regionalverband Dubrow

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