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Eichenprozessionsspinner in Brandenburg: Befallsituation 2017

Ausbreitung des Eichenprozessionsspinnes durch Gegenmaßnahmen vermindert

In Brandenburg mussten auch in diesem Jahr Forstmitarbeiter zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ausrücken. Aktuell laufen noch Nachkontrollen in den behandelten Waldrevieren, eine Zwischenbilanz der Jahre 2013 bis 2016 zeigt aber: Die Bekämpfungsmaßnahmen mit dem Mittel Dipel ES wirken.

Seit drei Jahren muss der Landesbetrieb Forst Brandenburg viel Geld in die Hand nehmen, um der Ausbreitung des für Menschen und Eichen gefährlichen Eichenprozessionsspinners etwas entgegen zu setzen.
Die Schadinsekten, die sich in einigen Teilen des Landes massenhaft vermehren, können nicht durch natürliche Feinde bekämpft werden.
 
Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners erfolgte auch in diesem Jahr in enger Abstimmung zwischen den Landkreisen und Gemeinden, dem Landesbetrieb für Straßenwesen und dem Landesbetrieb Forst Brandenburg. Die gute Zusammenarbeit aller Verantwortlichen zeigt Wirkung. Die Bekämpfungsfläche im Wald und in Siedlungsgebieten reduzierte sich von 11.616 ha im Jahr 2013 auf 1.350 ha im Jahr 2016. Im Wald war nur noch eine Bekämpfung auf 365 ha notwendig.
Bekämpfungsmaßnahmen in jedem Fall gerechtfertigt
Die Bekämpfung begann am 9. Mai diesen Jahres im Landkreis Teltow-Fläming. Insektizideinsätze sind im Wald nur mit dem Einsatz von Hubschraubern realisierbar. Schwerpunkte der Bekämpfung lagen vor allem in den westlichen und nordwestlichen Landesteilen in den Oberförstereien: Bad Wilsnack (40 ha), Neustadt (53 ha), Neuruppin (28 ha), Rathenow (8 ha), Brieselang (227 ha) und Baruth (8 ha).
 
Der Bekämpfung ging ein intensives Monitoring durch Experten des Landesbetriebes Forst Brandenburg voraus. Nach gründlicher Abwägung, auch der ökologischen Konsequenzen, war eine Bekämpfung der Schadinsekten mit Insektiziden das letzte Mittel, um massive Fraßschäden und damit ein großflächiges Absterben der Bäume zu verhindern.
Das Mittel Dipel ES ist als Insektizid (Pflanzenschutzmittel) und Biozid (Mittel zum Schutz der Gesundheit) zugelassen. Der Wirkstoff hat ein umfangreiches Zulassungsverfahren durchlaufen, bei dem auch die gesundheitliche Bewertung des Mittels erfolgte. Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sind beim bisherigen Einsatz nicht bekannt geworden. Beim Einsatz des Mittels gelten strenge Regelungen. Die Bevölkerung wurde vor dem Einsatz umfassend informiert.
Mit Blick auf den Walderhalt aber vor allem mit Blick auf den Schutz der Bürgerinnen und Bürger waren die Bekämpfungsmaßnahmen in jedem Fall gerechtfertigt.
Die Kosten der diesjährigen Befliegung im Wald belaufen sich auf 125.000 €. Im Jahr 2015 wurden rund 1,3 Mio. € zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners aufgewendet. In besonders sensiblen Bereichen werden die Raupen und deren Nester mechanisch durch Absaugen entfernt.
Umfassende Auswertung bis Herbst 2016 
Ausbreitungsschwerpunkte gibt es vor allem um Befallsflächen, die im Vorjahr nicht behandelt wurden. Die Erhebung der diesjährigen Fraßschäden erfolgt aktuell durch Mitarbeiter des Landesbetriebes Forst Brandenburg. Dabei wird auch erfasst, wie erfolgreich die Bekämpfungsmaßnahmen tatsächlich waren. Ergebnisse liegen im August vor.
  
Die interministerielle Arbeitsgruppe unter Leitung des Agrar- und Umweltministeriums wird im Herbst den Befall und die Bekämpfungsmaßnahmen dieses Jahres umfassend auswerten und bereits mit der Planung notwendiger Maßnahmen im kommenden Jahr beginnen.
MLUL Brandenburg

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