Das Oberlausitzer Bergland ist auch in diesem Jahr wieder ein regionaler Schwerpunkt für Waldschäden in Sachsen.
Das Oberlausitzer Bergland ist auch in diesem Jahr wieder ein regionaler Schwerpunkt für Waldschäden in Sachsen.
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Borkenkäfersituation in Sachsen bleibt angespannt

26. Oktober 2022
Auch in 2022 hat sich die Massenvermehrung der Fichtenborkenkäfer, allen voran des Buchdruckers, weiter fortgesetzt – begünstigt durch einen trocken-warmen Sommer. Nun beginnen die Käfer, sich auf den Winter vorzubereiten. Trotzdem ist noch keine Entspannung in Sicht.

Die Arbeit der sächsischen Forstleute wird nach wie vor vom Borkenkäfer bestimmt. Die Anzahl an Tieren und befallenen Bäumen ist weiterhin so hoch, dass die Aufarbeitung enorme Kapazitäten bindet. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung des Staatsbetriebs Sachsenforst (SBS) hervor.

Rückläufige Waldschäden trotz Dürre und Borkenkäfer

Die schlechten Wetterbedingungen in diesem Jahr, der trocken-warme Sommer und die damit verbundene Anlage einer dritten Buchdrucker-Generation, ließen die Expertinnen und Experten zunächst einen Anstieg der Waldschäden erwarten. Diese Erwartungen wurden allerdings nicht erfüllt. Trotz der denkbar schlechten Rahmenbedingungen in diesem Jahr sind die Waldschäden in Sachsen seit 2020 laut SBS auch weiterhin rückläufig. Allerdings gebe es hier z. T. erhebliche regionale Unterschiede. Die Forstfachleute von Sachsenforst führen den Rückgang auf die vergleichsweise günstige Witterung in 2021 zurück. Hierdurch hätte sich die Vitalität der Waldbäume verbessert und widerstandsfähiger gemacht. Ein weiterer Grund sei auch die Tatsache, dass in einigen Regionen Sachsens die Fichte in den letzten Jahren auf großer Fläche ausgefallen ist, sodass die Schädlinge derzeit nur noch wenige Bäume zum Besiedeln finden. Es zeige sich hier aber auch der Erfolg der konsequenten Überwachung und Schadholzaufarbeitung durch die staatlichen Forstleute und die Waldbesitzenden.

Das Ausmaß der Waldschäden unterscheidet sich je nach Region

Schadensschwerpunkte liegen nach Angaben vom SBS auch in diesem Jahr wieder im Oberlausitzer Bergland, im Zittauer Gebirge und in der Sächsischen Schweiz – also überall dort, wo im Freistaat die Fichte die Waldbilder (noch) dominiert. Demnach stagnieren die Schäden in diesen Regionen auf einem hohen Niveau. Im Westerzgebirge sowie im Vogtland liegen die Schäden sogar spürbar über denen des Vorjahres. Es bleibt also weiterhin höchste Wachsamkeit angeraten. In den tiefer gelegenen Landesteilen haben die Schäden abgenommen. Das betreffe auch die Kiefer, so die Forstleute des SBS. Jedoch seien an den Laubbaumarten Eiche, Buche, Ahorn, Esche und Birke weiterhin hohe Schäden infolge von Trockenheit und Schädlingsbefall zu beobachten.

Ausblick

Auch wenn die Borkenkäfer sich allmählich in die Winterruhe begeben, ist deshalb noch lange keine Entspannung in Sicht. Die Tiere überwintern unter der Rinde der Bäume oder im Waldboden, weshalb es gerade in den nächsten Monaten wichtig ist, befallene Bäume einzuschlagen und aus dem Wald zu transportieren, um so den Befallsdruck im kommenden Frühjahr abzupuffern. Andernfalls drohen aufgrund des hohen Ausgangsniveaus weitere erhebliche Waldschäden, sind sich die Waldschutzexpertinnen und -experten der regionalen Wald-Krisenstäbe in den Landkreisen und kreisfreien Städten sowie von Sachsenforst einig.

Waldbesitzende können sich kostenlos zu allen Fragen der Waldbewirtschaftung und Schadensbewältigung bei den zuständigen Revierleiterinnen und Revierleitern von Sachsenforst beraten lassen. Ansprechpartner/-innen können über das Waldportal Sachsen gefunden werden.

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Mit Material vom SBS
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