ABO
Borkenkäfer schwärmen wieder

Borkenkäfermonitoring in Sachsen

Der Borkenkäfer ist der für den Baumbestand gefährlichste Schädling. Im Rahmen des Waldschutzes werden seine Entwicklung und Verbreitung untersucht und Prognosen erstellt. Im Ergebnis werden Hinweise zur Prävention und Bekämpfung erarbeitet.

Mit landesweit ca. 36 Tm³ Stehendbefall wurden für das Buchdruckerjahr 2009/10 nur 28% des Vorjahreswertes registriert. Damit ordnet sich das vergangene Käferjahr auf dem geringen Niveau des Jahres 2005/06 ein. In Verbindung mit der im Landesdurchschnitt mit 97% sehr hohen Aufarbeitungsrate ist von insgesamt geringen Käferdichten für den Beginn des Käferjahres 2010/11 auszugehen.
Die im April für das Winterhalbjahr im Forstschutzkontrollbuch registrierte Nadelholz Wurf- und Bruchholzmenge ist mit ca. 40 Tm³ ebenfalls gering. Mehr als die Hälfte davon fiel in vorwiegend Kiefernbeständen im FoB Taura an. Bis zum Schwärmbeginn des Buchdruckers waren im Landesmittel mehr als 40 % des Wurf- und Bruchholzes bereits aufgearbeitet und sind damit als Bruthabitate nicht mehr geeignet bzw. „unter Kontrolle“.
Der bisherige Witterungsverlauf verringerte die Prädisposition der Fichtenbestände und bot den rindenbrütenden Borkenkäfer sehr ungünstige Entwicklungsbedingungen. Deutlich wird diese Situation anhand der ersten Ergebnisse des Borkenkäfermonitorings. Das Schwärmen der Käfer begann in allen Höhenlagen relativ spät.
In besonders ungünstigen Hoch- und Kammlagen des Erzgebirges setzte er noch gar nicht ein. Im Bereich des Hügellandes und der unteren Lagen ist von einem Beginn der 1. Hauptschwärmphase und damit des einsetzenden Befalls in der warmen Periode Ende April (17. KW) auszugehen. Ab den mittleren Lagen steht der Befallsbeginn noch aus.
Die Witterung besonders der zweiten Maidekade bremste die Käferentwicklung wieder erheblich. Trotz dieser ungünstigen Bedingungen weisen einzelne Standorte des Borkenkäfermonitorings in der Lausitz / Zittauer Gebirge sowie im Vogtland relativ hohe Käferaktivitäten von über 1.000 Käfer/DFS/Woche, z.T. in Verbindung mit intensiver Kupferstecheraktivität auf. Dies ist ein Hinweis darauf, dass trotz der günstigen Ausgangssituation die besonders gefährdeten Bereiche, wie z.B. spät erkannter Stehendbefall aus 2009, auch in diesem Jahr regelmäßig überwacht werden müssen.
Maßnahmen zur Borkenkäferbekämpfung
In der Praxis werden folgende Maßnahmen zur Bekämpfung des Borkenkäfers angewandt:
  • Abfuhr von Befallsholz und bruttauglichem Material bis zum 31. März des Kalenderjahres
  • Abfuhr von Fangholz und Holz aus dem Wintereinschlag bis zum 15. Juni des Kalenderjahres
  • Einhalten eines Abstands zwischen Befallsholz und disponiertem Bestand von 500 Metern (zwei Kilometern)
Sachsenforst

Auch interessant

von