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Borkenkäfer-Tools

Auf unseren Bericht in der Juli-Ausgabe der Forst & Technik über die Borkenkäfer-App der Bayerischen Staatsforsten „ZE-Insekt“ kamen sehr viele Leseranfragen, ob es so eine Software auch für den Privat- oder Kommunalwald gibt. In der Tat ist ZE-Insekt nämlich speziell für die BaySF konzipiert und in deren Datenbanksystem eingepasst, also nicht für jedermann zu haben. Wir haben uns auf die Suche begeben und mehrere Angebote recherchiert.

Bildunterschrift Foto:

Die Programmierung der bayerischen Lösung stammt zu weiten Teilen vom Kasseler EDV-Spezialisten INTEND-Geoinformatik. Dort wird seit einiger Zeit auch der „Waldinfoplan“ der Genossenschaft für Waldwirtschaft (GenoWald) weiterentwickelt. Das ist ein sehr umfängliches System, mit dem sich im Grunde der ganze Forstbetrieb managen lässt, angefangen von der Kartografie über die Maßnahmenplanung bis hin zur Erfassung und Disposition von Holzmengen. Im Modul „Waldwerkzeuge“ ist die Funktionalität zur Borkenkäfer-Bekämpfung enthalten: Die Käfernester können vor Ort mit Mobilgeräten erfasst und mit entsprechenden Attributen versehen werden (Befallsstadium, Dringlichkeit, Aufarbeitungsstand). Das funktioniert bisher leider nur mit Windows-Computern. Eine Version für Android Smartphones oder Tablets ist aber in Arbeit. Als Kartenbasis dient standardmäßig die Open-Street-Map oder der NavLog-Kartensatz (in Bayern und NRW z. B. für alle Waldbesitzer frei zugänglich, in Baden-Württemberg nur für Mitglieder der Forstkammer). Es lassen sich aber auch eigene digitale Betriebskarten hinterlegen. Eine Volllizenz des Waldinfoplans kostet 5 000 €, nur die Waldwerkzeuge alleine 1 500 €. Dazu kommen jährliche Wartungskosten von jeweils 25 % des Anschaffungspreises.

Ein passendes Produkt hat auch die forstware Informationssysteme GmbH im Portfolio. Auch hier gibt es mit GeoMail ein übergeordnetes Datenbanksystem. Die dazugehörige Android-App FwMobile integriert sich hier nahtlos, die eingesetzten Mobilgeräte können aber auch untereinander kommunizieren und synchronisieren ihre Inhalte. Somit ließe sich ggf. ein großer Tabletcomputer auch zum Zentralrechner erklären. Eine Standard-Lizenz von Geomail liegt bei 2 500 €, die Mobil-App kostet pro Gerät einmalig 150 € und danach 25 € pro Monat.

Anlegen von Gebieten und Punkten im Forestmanager Screenshot: rBITech

Eine ganz preisgünstige Lösung stellt die App „ForestManager“ der rBITech UG
aus Regensburg dar. Der Geschäftsführer des IT-Dienstleisters besitzt selbst einen kleinen Wald und wollte die Zettelwirtschaft draußen loswerden. Auch mit diesem einfachen Werkzeug lassen sich im Wald Flächen oder Punkte erfassen und in entsprechende Kategorien einteilen. Für einmalig 6,49 € darf man keine Wunderdinge erwarten. Aber die Funktionalitäten sind doch schon recht umfangreich: Ich kann mit dem Smartphone draußen in meinem Wald diverse Punktkategorien erfassen und auch neue anlegen. Die Informationen kann ich als PDF oder Excel an den Aufarbeiter weitergeben. Als Kartengrundlage dient hier in jedem Fall die OSM. Im Moment ist das Ganze auch noch eine Insellösung. Die erfassten Daten befinden sich nur in meinem Smartphone und lassen sich nicht mit einem anderen Computer synchronisieren. Der Hersteller arbeitet aber an einer entsprechenden Web-Plattform.

H. Höllerl

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