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Borkenkäfer: Horrorbild der Waldbesitzer – Buchdrucker-Vermehrung unter Fichtenrinde

Borkenkäfer stellt Waldbesitz vor große Herausforderung

 

Der Jahrhundertsommer 2018 führte in den Fichtenbeständen in Nordrhein-Westfalen zur größten Borkenkäferkalamität seit 1947.

Die wichtigsten Fichten-Borkenkäfer Buchdrucker und Kupferstecher sind in ihrem Auftreten abhängig von den Außentemperaturen und dem Angebot an geschwächten Fichten. Beides gab es im Sommer 2018 leider reichlich. Die Temperaturen waren seit April dauerhaft auf Rekordwerten. In Verbindung damit hat das massive Niederschlagsdefizit die Fichten enorm geschwächt. Die Borkenkäfer konnten sogar eine dritte Generation entwickeln. So konnte ein einziger weiblicher Käfer seit April 2018 über 100.000 Nachkommen schaffen.

Buchdrucker und Kupferstecher hatten leichtes Spiel: normalerweise wehren sich Fichten mit Harz gegen die kleinen Eindringlinge, die darin kleben bleiben und sterben. 2018 waren die Fichten aber so gestresst, dass sie kein oder kaum Harz gebildet haben, ihr Abwehrmechanismus also quasi ausfiel.

Bekämpfung der Käfer

Die Bekämpfungsmaßnahmen konzentrieren sich ist in solchen Zeiten auf frisch befallene Bäume. Das sind die, in welche die Käfer gerade massenhaft Eier abgelegt haben. Diese Fichten sollten gefällt und abgefahren oder entrindet werden. So stoppt man die Entwicklung der Käfer-Eier und verhindert das Ausschwärmen einer noch größeren Anzahl an Käfern im nächsten Frühjahr. Das Einschlagen von gesunden Fichten, sollte zurzeit genauso zurückstehen wie der Einschlag bereits abgestorbener Bäume, aus denen die Käfer bereits ausgeflogen sind. Diese erkennt man leicht an der abgefallenen Rinde.

Beratung für Waldbesitzer

Selbstverständlich stehen den Waldbesitzenden die Mitarbeiter von Wald und Holz NRW in dieser extremen Situation beratend zur Seite. Sie vermitteln Ihnen Forstunternehmer und Holzabnehmer, sofern in Ihrer Region verfügbar. Denn auch das muss klar gesagt sein: der Bedarf überschreitet leider weiterhin die verfügbaren Kapazitäten. Es gibt zu wenige Holz-Spediteure und das Angebot an Rundholz ist, obwohl die Sägewerke ihre Produktion hochgefahren haben, immer noch größer als die Nachfrage. Daher sind die Preise massiv gefallen. Im Leitsortiment Stärkeklasse 2b Güte B/C liegt der Preis derzeit rund 40 % unterhalb des Niveaus zu Jahresbeginn. Leider ist davon auszugehen, dass es trotz der geringen Preise nicht für alle Holzsortimente und -mengen einen Abnehmer geben wird.

Daher der dringende Appell an die Waldbesitzenden in NRW: Bitte arbeiten Sie kein Holz ohne Rücksprache mit Ihrem Betreuungsförster auf. Das Borkenkäferproblem ist mit dem einsetzenden Herbst nicht gebannt. Im nächsten Jahr könnte es – je nach Witterungsverlauf – sogar noch schlimmer weitergehen. Es wird empfohlen, zusammen mit dem Nachbarwaldbesitz schlagkräftige Aufarbeitungs- und Vermarktungseinheiten zu bilden und sich dort abzusprechen. Der Borkenkäfer hält sich nicht an Grundstücksgrenzen.

Ausführlich dargestellt sind die erforderlichen Maßnahmen zur Bewältigung dieser ungewöhnlichen Borkenkäferkalamität in der aktuellen Waldschutz-Infomeldung bzw. auf der Seite zum Waldschutzmanagement von Wald und Holz NRW.

Wald und Holz NRW

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