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Mit dieser Drohne suchen Experten vom Nationalpark Bayerischer Wald im Zuge des Projektes BarkBeeDet nach Fichten, die vom Buchdrucker befallenen sind

Borkenkäfer-Früherkennung im Wald

Die Borkenkäferpopulation wächst schon seit Jahren. Nachdem der Dürresommer 2018 die Massenvermehrung noch angeheizt hat, machen sich die Fachleute für das Frühjahr auf Einiges gefasst.

Um so wichtiger ist die Kontrolle der Waldbestände. Ein Problem dabei ist, dass man mit der üblichen Bodenkontrolle der Entwicklung hinterherläuft und große oder abgelegene Nadelholzwälder nicht effizient absuchen kann. Seit einiger Zeit setzt die Forstwirtschaft daher ihre Hoffnungen auf die Fernerkundung. Im Fokus stehen besonders die handlichen Drohnen, mit denen man den Befall so frühzeitig erkennen will, dass sich der Einschlag und Abtransport des Holzes wesentlich beschleunigen lässt.

BarkBeeDet

Forscher in Bayern (Projekt BarkBeeDet) und in Thüringen rüsten die Drohnen dafür mit Multispektral- oder Infrarotkameras aus. Diese können das von den Kronen reflektierte Sonnenlicht in einem für das menschliche Auge nicht sichtbaren Spektrum erfassen. Die Reflektion ist schon bei frisch befallenen Fichten anders als bei gesunden Bäumen, weil der Wassergehalt in den Nadeln abnimmt oder sich die Zusammensetzung des Blattgrüns ändert.

Ernüchternde Ergebnisse

Bisher sind die Forschungsergebnisse aber eher ernüchternd. Die Fehlerquoten sind hoch, weil andere Ursachen wie Nährstoffmangel, Trockenheit oder Spätfrost für die Kameras die gleichen Symptome erzeugen. Zudem dauert die Auswertung der Bilder recht lange, und die Bäume müssen dann im Gelände immer noch gefunden werden. Weil die technische Entwicklung in diesem Sektor rasch voranschreitet, laufen die Forschungsvorhaben aber trotzdem weiter.

Protect Forest

Einen anderen Ansatz hat das Projekt Protect Forest, das die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg zusammen mit den Universitäten Freiburg und Göttingen und dem Drohnenspezialisten Cadmium verfolgen. Sie rüsten ihre Drohne nicht mit einer Kamera aus, sondern mit Gassensoren. Sie messen damit die Harzemissionen, die entstehen, wenn sich die Käfer in die Rinde der Bäume bohren und so den Harzfluss anregen. Bei dieser Methode dürften andere Ursachen, die Ergebnisse nicht so sehr verfälschen.

Oliver Gabriel

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