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Borkenkäfer-Befallsdruck im kommenden Frühjahr

Die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt infomiert über die aktuelle Lage zur Borkenkäferproblematik und gibt Hinweise für den Praktiker

Das ausreichende Brutmaterial aus den vergangenen Winterstürmen und die langanhaltende trockene und warme Witterung, bildeten optimale Bedingungen für den Borkenkäfer. Somit war vielerorts die Entwicklung der Jungkäfer bereits 2 Wochen früher als in normalen Jahren abgeschlossen. Auch kam es vermehrt zu einer 3. Generation und Geschwisterbruten, was zu einem explosionsartigen Anstieg der Population führte.

Die Erkennung von befallenen stehenden Bäumen gestaltete sich dieses Jahr durch die langhaltende Trockenheit als sehr schwierig. Aufgrund des fehlenden Harzdrucks der Fichten blieben nicht selten eindeutige Befallsmerkmale wie Harztropfen und Harztrichter aus. Auch konnte sehr trockenes Bohrmehl vom Wind leicht weggeweht werden.

Neben dem Fichtenborkenkäfer, kam es dieses Jahr auch zu einem erhöhten Auftreten von Lärchenborkenkäfern und teilweise einem vollständigen Befall älterer Fichten durch den Kupferstecher. Bei allen Arten zeigte sich ebenfalls ein verschwenderischer Umgang mit dem Brutraum, bei welchem es nur selten zu einer vollständigen Besiedelung des Stammes kam. Trotz vergleichsweise geringerer Käferdichte am einzelnem Baum, kam es zum Absterben des selbigen. Dies ist auf die fehlenden Abwehrkräfte der Bäume aufgrund von Sturmschäden und der diesjährigen langanhaltenden Trockenheit zurückzuführen.

Aufgrund dieser Bedingungen ist für das kommende Frühjahr mit einer sehr hohen Ausgangspopulation zu rechnen.

Befallsdruck für das kommende Frühjahr reduzieren

Das Auffinden und Unschädlichmachen von Stehendbefall sollte momentan oberste Priorität haben. Um den Befallsdruck für das kommende Frühjahr reduzieren zu können, sollte eine größtmögliche Verringerung der Zahl an überwinternden Käfer das Ziel sein. Für bestmögliche Erfolge empfiehlt sich ein Absuchen der Kronenansätze auf Einbohrtrichter und Reste von Bohrmehl per Fernglas.

Da die Käfer bei ausreichenden Brutmaterial nur schwach auf künstliche Lockstoffe ansprechen, wird für das kommende Frühjahr die Verwendung pheromongestützter Fangsysteme nur bei genauer Überprüfung der Einsatzorte und umfangreicher Vorbereitung empfohlen. Zudem bedarf es ausreichend freier Kapazitäten zur Überwachung und Wartung dieser Systeme. Der Einsatz von Schlitzfallen sollte auf Grund der geringen Erfolge bei hohen Borkenkäferdichten und des großen Überwachungsaufwands nicht erfolgen.

Bedarf an Insektiziden

Für die Folgejahre wird allgemein mit einem erhöhten Bedarf an Insektiziden gerechnet. Aus diesem Grund werden viele der zum Ende dieses Jahres auslaufenden Zulassungen mehrerer Insektizide vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) verlängert. Vorhandene Vorräte dürfen nach dem jeweiligen Zulassungsende noch bis zu 18 Monate aufgebraucht werden.

Weitere Informationen zum Thema Borkenkäfer finden Sie auch auf den Seiten der NW-FVA unter dem Link

Red./LWK Niedersachsen

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