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Holzmarktgespräch der Bodenseeländer

Waldbesitzervertreter aus der Schweiz, Frankreich,
Österreich, Bayern und Baden-Württemberg trafen sich am 18. März in Bebenhausen zu den traditionellen
Holzmarktgesprächen der Bodenseeländer. Die aktuelle Situation des Holzmarktes wurde
analysiert und die zukünftige Entwicklung eingeschätzt.

Die Wirtschaftskrise ist in den meisten exportorientierten europäischen Ländern überwunden und die Firmen der Holzindustrie sind überwiegend gut mit Aufträgen versorgt. Insbesondere im Bereich der Nadelholzsägeindustrie hat die Nachfrage nach Schnittholz in diesem Jahr früher eingesetzt als im Vorjahr. Daher konnten bereits in den letzten Wochen Preiserhöhungen im Schnittholz umgesetzt werden. Weitere Preisanhebungen wurden von Sägerseite bereits angekündigt.
Insgesamt ist die Nachfrage nach Nadelsägerundholz in Frankreich und im direkt angrenzenden westlichen Landesteil Baden-Württembergs etwas verhaltener als im östl. Baden-Württemberg, Bayern, Österreich und der Schweiz. In der Schweiz wurde die Entwicklung der Rohholzpreise durch die gleichzeitige Stärkung des Schweizer Frankens teilweise kompensiert. Die Preise für Sägenebenprodukte sind auf einem neuen historischen Höchststand. Aber auch die Papier- und Spanplattenindustrie konnte nennenswerte Preissteigerungen umsetzen. Die Nachfrage ist unverändert hoch. Der Export verzeichnet eine positive Entwicklung, so dass Paletten- und Verpackungsware preislich als auch mengenmäßig eine gute Nachfrage erfahren.

 

Insgesamt ist die Versorgungslage der Werke gut, wobei Befürchtungen vor allem der Nadelholzsäger bestehen, dass es ab Ende April/Mai zu einer Versorgungslücke kommt. Weniger gut mit Holz bevorratete Firmen bezahlen aktuell für Fichte B/C 2b+ bereits Preise über 100 €/Fm. Aufgrund des frühen Wintereinbruchs im November/Dezember 2010 wurde im Kleinprivatwald – mit Ausnahme Österreichs – wenig Holz eingeschlagen. Der sogenannte „Frühjahrsbuckel“ wird in diesem Jahr in Deutschland ausbleiben und die Versorgungslage der Werke mit Nadelsägerundholz in den nächsten Monaten verschlechtern. Einige Nadelholzsäger in Deutschland und Frankreich legen daher in gewissem Umfang Nasslager zur Ergänzung der Sommerversorgung an.

 
Die Unruhen in der Levante haben zu einer kurzfristigen Verlagerung der Schnittholzströme geführt. Die Binnennachfrage ist stabil und der Export anziehend. Die Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan wird mittelfristig zu einer weiteren Nachfrage nach Schnittholz für den Wiederaufbau führen.
 

Die Nachfrage nach Buchenstammholz mittlerer Qualität ist in den meisten Ländern bei relativ niedrigen Preisen gut. Teilweise wurde mit Kunden ein verlängertes Auslieferungsziel vereinbart um Lieferrückstände durch den frühen Wintereinbruch aufzuholen. Vielerorts wurden von den Kunden zu geringe Mengen unter Vertrag genommen. Es werden daher keine freien Buchenstammholzmengen zum Ausgang der Saison am Markt vorhanden sein. Preislich besteht aus Waldbesitzersicht für die kommende Saison 2011/2012 Nachholbedarf. Schwächeres Buchenstammholz fließt bei attraktiven Preisen vermehrt in den aufnahmefähigen Energieholzmarkt. Buchenindustrieholz erfreut sich aufgrund der hohen Zellstoffpreise und als Baumwollersatz in Viskosefasern einer sehr guten Nachfrage. In Frankreich und in der Schweiz ist die Nachfrage nach Industrieholz etwas verhaltener.

 

Mit dem Verlauf der Submissionen sind die Waldbesitzer insgesamt zufrieden – die Eiche konnte ihren Preis halten, für Esche gab es preislich und mengenmäßig deutliche Zugewinne. Bessere Buchenstammholzqualitäten sind nach wie vor wenig nachgefragt.

 

Die Waldbesitzer gehen im Nadelholz für die nächsten Monate unisono von anziehenden Rundholzpreisen aus. Teilweise wurden die Preise aber auch bis Ende Juni fixiert. Im Nadelsägeholz werden am Spotmarkt derzeit Preise von über 100 €/Fm für Fichte B/C 2b+ bezahlt. Für Nadelholzpalette gibt es aktuelle Abschlüsse für 65 €/Fm (2b+) und für Fichtenschleifholz von 38,5 €/Rm. Nadelindustrieholz erlöst teilweise bis zu 90 €/t atro. Steigende Baugenehmigungszahlen und generell wachsende Sanierungsraten, eine robuste Binnenkonjunktur, volle Auftragsbücher bei den Papierwerken und eine gute Nachfrage nach Verpackungsware aufgrund guter Exportmöglichkeiten lassen die Branche positiv in die Zukunft blicken.
Landwirtschaftskammer Österreich/Forst BW

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