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Projekt WilDa: Dynamische Wildunfallwarnung

Die Gefahr von Wildunfällen für Verkehrsteilnehmer zu reduzieren, ist das Ziel einer Forschungsgruppe am Technologie Campus Freyung. Mit dem Projekt WilDa  – Dynamische Wildunfallwarnung unter Verwendung heterogener Verkehrs-, Unfall-und Umweltdaten sowie Big Data Ansätze – greifen Experten der Technischen Hochschule Deggendorf zusammen mit mehreren Partnern aktuelle Entwicklungen aus der Geoinformatik und Informatik auf, die dabei helfen können, Wildunfälle in Zukunft besser vorzubeugen.

Den Startschuss für das Projekt gab Bundesminister Alexander Dobrindt am 21.9.2017. Er überreichte in Freyung einen Förderbescheid in Höhe von 875.000 € an die Technische Hochschule Deggendorf (THD) und in Höhe von 230.000 € an die Universität Freiburg. Insgesamt wird das Projekt vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit 1,1 Mio. € gefördert.

Wildunfälle sind für Mensch und Tier ein großes Gefahrenpotenzial und lassen Politik, Verkehrs- und Straßenbaubehörden sowie die Jägerschaft nach besseren Schutzmaßnahmen streben. Unter der Leitung des Technologie Campus Freyung beschäftigt sich eine interdisziplinäre Forschergruppe aus den Bereichen der Geoinformatik, Informatik, Wildtierökologie sowie der Unternehmensförderung im Projekt WilDa mit der Identifikation von Faktoren, die Wildunfälle beeinflussen. Verkehrs-, Unfall- und Umweltdaten werden dafür umfassend berücksichtigt. Die Erkenntnisse sollen den Verkehrsteilnehmern in einer dynamischen, das heißt orts- und zeitabhängigen Wildunfallwarnung zur Verfügung gestellt werden.

Das Projekt

„Es ist unser Ziel, eine verbesserte Grundlage für Wildwarnungen, zum Beispiel über mobile Geräte, und lokale Schutzmaßnahmen zu erarbeiten“, erklärt Prof. Dr. Wolfgang Dorner, Leiter des TC Freyung. Bisherige Maßnahmen zum Schutz vor Wildunfällen sind schwer zu bewerten und umzusetzen, da die vorhandene Datenbasis für eine genaue Analyse der Unfallursachen nicht ausreicht. Hinzu kommt, dass Gegen- und Schutzmaßnahmen wie Reflektoren, Warnschilder oder Grünbrücken stark umstritten und teuer sind bzw. bei Wildtieren und Autofahrern zu Gewöhnungseffekten führen.

Im Projekt WilDa werden Wildunfalldaten mit Geo-, Verkehrs-, Straßen-, Wetter- und Umweltdaten in Verbindung gebracht. Zusätzlich wird das Wildtierverhalten berücksichtigt. Auf dieser Datenbasis analysieren die Experten räumliche und zeitliche Zusammenhänge, die einen Einfluss auf das Risiko von Wildunfällen haben. Eine Identifikation von Gefahrenschwerpunkten sowie eine Prognose von unfallgefährdeten Stellen soll damit möglich gemacht werden. Zudem wird überprüft, inwieweit die Erkenntnisse zu Wildunfällen von der Testregion auf Gebiete ohne aufgezeichnete Unfälle übertragen werden können. Schon jetzt ist bekannt, dass die Jahres- und Tageszeiten je nach Tierart einen Einfluss auf das Unfallrisiko haben.

Durch neue geoanalytische und informatische Ansätze sollen weitere Wechselwirkungen mit dem Umfeld des Unfallortes, der Landnutzung und Verkehrsbedingungen geprüft werden. Auch die straßenbaulichen Gegebenheiten sowie die Tierbewegungen und deren Aktivitätszeiträume fließen in die Untersuchungen ein.

Förderung durch das Bundesministerium

Gefördert wird das Projekt WilDa – Dynamische Wildunfallwarnung unter Verwendung heterogener Verkehrs-, Unfall-und Umweltdaten sowie Big Data Ansätze – durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Über das Förderprogramm mFUND werden insgesamt 1,1 Mio. € für die Forschungsarbeiten zur Verfügung gestellt.

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

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